Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 2 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 12 — Zephir ette (zescht das Kind fort, im Fortgehen zu Zetulpe): Die sitzt aber ach wie angenagelt; Die steht nit auf, wenns auf ihr hagelt, Meintwegen loss sie's bleiben. (Ab.) Recka (ruft zum Fenster hinaus): Watt ich will eier Gassenstreich schon vertreiben. (Zu Zetulpe): Un du klimper nocher weiter, Or lieber itz Minche (bete!) — is gescheider! Zetulpe : Schon recht! Ich wer gleich da fattik sein. Recka: Jo dernoch schlupperts die Mamsell wieder nein — Drei Weiber (rufen zur Türe herein): Recka! Geht sie a bissle mit do rum? Recka: Jo — ich bin froh, dass ich a bissle von mir kumm. (Ab.) Zetulpe (springt auf vom Klavier): Itz hot doch amol das Gekief an End; Bei der ist alles umgewendt. Das sind ober etwas Possen; Warum will sie mich nit ach hinlossen? Nu ja! dos wär schöner wie schön, Wenn ich nicht hin seilt gehn. Ober die warrn in ihr Leben nit fettik, Die send etwas witterwettik! Wos er will nein — will sie greid jau — Wenn er sacht grün — sacht sie blau — Ich loss sie aber abzapple und schweig still. Denach tu ich doch erst was ich will. Man hat gewiss alle Tach das Glück? Nän — nän — kän zehn Gaul halten mich zurück. Ich muss ner anstellen mit der Macht, Dass sie's den Wechter fein sacht: Puncte um vier Soll er pumpern an den Tür. (Nach einer kurzen Pause) : Wenn ich heint Nacht nur hätt Den Umgang mit Menschen (von Knigge) in Bett, Könnt* ich's ein bissle dorichgehn; Denn gewiss tut do steh'n, Wie mer sich bei die Hoche soll aufführen, Das könnt ich alles heint Nacht prowieren.