Mannheim
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  1. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 17

    81 seine Verbindung mit Christo erlange; ganz evangelisch Wiedmann von der Vollkommenheit in Christo allein. Aber von Neuem kam Jener darauf zurück, daß die Heirathsbegier der evangelischen Geistlichen und das Verlangen der Fürsten nach dem…

  2. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 18

    82 Kanonikus einem solchen Bekenner nun wieder seine Kirche an und rühmte die Heiligen, die wie ein Geheimrath dem Könige näher sind als die gemeinen Leute. Ein Schriftwort war die einzige Erwiderung, Joh. 14: „Niemand kommt zum Vater, denn…

  3. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 19

    83 Gott anvertraut, was er geredet hat. Darum steht es bei uns, zu entscheiden, was kanonisch sei. Was Ew. Hochw. einem Juden antworten, das werde ich Ihnen zurückgeben." Höchst ärgerlich rief derselbe aus: „Er ist auch immer mit den Juden …

  4. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 20

    84 und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel durch die, so in Gleißnerei Lügenredner sind und Brandmale in ihren Gewissen haben und verbieten, ehelich zu werden". Der Herr Doktor .der heil. Schrift kannte den Spruch ga…

  5. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 21

    85 8. Zesuit und Missionar. Vier Wochen vor Ostern wurden die Gefangenen auch von dem Landmissionar, einem Jesuiten, besucht; das Amt desselben bestand darin, überall im Lande die heimlichen Hussiten aufzuspüren und zur Verantwortung zu zie…

  6. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 22

    86 ein öffentliches Bekenntnis; vorzuziehn, wenn man nicht auch einst verleugnet werden soll. Wir haben ein offenes Tagebuch der Obrigkeit vorgelegt; daraus wird kundig werden, daß nichts im Verborgenen oder im Winkel geschehen ist. Wir kön…

  7. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 23

    87 sonntag etwas zu essen schicken; heute soll Ihnen ein Trunk Wein zukommen. Leben Sie wohl!" Um 3 Uhr, in der Stunde, da dem Heilande der Trunk am Kreuze gereicht worden war, „empfingen wir ein köstlich Glas ausländischen Weins, anstatt d…

  8. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 24

    88 mehrfach Besuche aus der Stadt und vom Lande. Die evangelischen Glaubensboten theilten denselben, wenn sie Deutsch verstanden, ihre Geschichte mit und ließen es sich dabei niemals nehmen, diesen Leuten „ihre Christenpflicht gegen das jüd…

  9. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 25

    89 statt des verfaulten Strohes, auf dem sie lagen, frisches hereintragen. Am zweiten Ostertag Abends erschien er wieder; die beiden Gefangenen begrüßten ihn mit dem Gesang der Lieder: „Jesu, meine Freude" und „Sieh, hier bin ich, Ehrenköni…

  10. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 26

    90 11. Im Werhör. Endlich am 16. April begann nun das längst verlangte Verhör. Jeder der Missionare wurde einzeln vor drei Richtern in der Wohnung des Stockmeisters vernommen. Manitius wurde zuerst vom Stocke abgeschlossen; beim Fortgehn ri…

  11. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 27

    »1 um sie zur christlichen Ueberzeugung zu führen, und darüber Bericht erstatten, ob er öffentliche Predigten für dieselben oder nur Privatgespräche mit ihnen gehalten habe. Hiernach wurde die Untersuchung auf die von den Missionaren in ihr…

  12. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 28

    92 man ihm mit Zwangsmaßregeln, die Folter solle nun ihr Werk beginnen. Hiergegen appellirte Manitius an den Kaiser. Als er aber aufgcfordert wurde, die näheren Umstände ihrer Gefangennahme in Hohcnmauth mitzutheilen, bat er darum, ihnen we…

  13. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 29

    93 darf." Der Präsident bat hierauf um Geduld, das Verhör sei noch nicht zu Ende, einen Brief an Professor Callenberg zu schreiben aber gestattete er nicht. Nun kam auch Wiedmann an die Reihe. Das Verhör geschah über dieselben Punkte wie be…

  14. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 30

    94 der Stube des Stockmeisters, und der andere blieb wenigstens den Tag über außerhalb des Stockes; die Trennung war natürlich Beiden schmerzlich. Manitius legte jetzt die Bücher des Dechanten zur Seite, als man ihm das Lesen in denselben a…

  15. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 31

    95 In derselben Zeit besuchte der Syndikus mit einer wohlhabenden Frau Bürgermeisterin und ihrer Jungfrau Tochter den Manitius. Die Jungfrau bat denselben, ihr die Ursache seiner Gefangenschaft mitzutheileu, und frug ihn, ob ihm nicht bange…

  16. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 32

    96 Wörter nach dem Alphabet, und bei denselben erinnerten sie sich dann mancher Stellen der h. Schrift. „Bald gingen wir einen Glaubensartikel durch, bald brachten wir uns die Wunderwerke Christi wieder in's Gedächtniß, bald nahmen wir sein…

  17. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 33

    97 Callenberg mußte nun aber nach Wien berichten, daß der Ort der Gefangenschaft nicht Brünn, sondern Chrudim wäre, und fügte hinzu, es solle dies ein Chrudim in Mähren sein. Zugleich empfing er ein Schreiben eines preußischen Ministers aus…

  18. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 34

    98 Fuße, an welchem sic gehangen, verspürte Wiedmann einige Schwäche. Nur der Gnade Gottes war es zu danken, daß er diese Zeit überhaupt überstand, denn er war von Hause aus so schwächlich und in der Zeit vor der böhmischen Gefangenschaft s…

  19. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 35

    99 22. Juli bat sie der Stockmeister unter Thränen um Vergebung; dasselbe that aber auch der Stadtrichter, der zu ihrer Entlassung gekommen war. Und nun schreibt Wiedmann: „Darauf gingen wir, in einem Sturm, aus diesem Ort der Gefangenschaf…

  20. 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 36

    …sind wieder die Zahlen aus Brandenburg und Schlesien; hier hat sich auch diesmal der Einfluß der Großstädte: Berlin und Breslau, geltend gemacht. Die Erscheinungen und Erfahrungen der ganzen Kirchcngeschichte zeigen sich in der That immer von Neue…