Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 5-6 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Wörter nach dem Alphabet, und bei denselben erinnerten sie sich dann mancher Stellen der h. Schrift. „Bald gingen wir einen Glaubensartikel durch, bald brachten wir uns die Wunderwerke Christi wieder in's Gedächtniß, bald nahmen wir seine Gleichnisse vor, bald erquickten wir uns an seinen Verheißungen. Es. war uns auch sehr angenehm, die biblischen Bücher im Gedächtniß durchzugehn und uns zu Gemüthe zu führen, was uns aus diesem und jenem Kapitel erinnerlich war. Der gefangene Paulus, welcher sein Evangelium mit Banden aller Orten fest eingefaßt hat, war uns gar tröstlich." Jetzt fingen aber auch allerlei Andeutungen an zu ihren Ohren zu dringen, daß nun doch vielleicht ihre Erlösung gcschchn werde. Eine Bürgersfran brachte die Nachricht, sie habe vernommen, daß, wenn sich alle die Angaben der Missionare bestätigen sollten, die Gefahr vorübergehn werde. Ein Richter gab ihnen unter der Hand Aehnliches zu verstehn, und als gewiß wurde ihnen vermeldet, daß der Graf Roddal ihretwegen nach Halle geschrieben habe. 14. Verwendungen aus der Keimath her. In der Nacht des 15. März empfing Prof. Callenberg zum ersten Mal eine Nachricht über das Schicksal der beiden Missionare. Ein Schreiben aus Schlesien meldete ihm, daß Kaufleute in Brünn der Gefangennehmung von Wiedmann und Manitius beigcwohnt hätten, und rieth nun, sich alsbald in der Angelegenheit nach Wien zu wenden. Sofort schrieb Prof. Callenberg in dieser Sache ausführlich an einen Gönner des Werkes nach Wien. Inzwischen gelangte am 20. März ein Brief von einem höherstehenden evangelischen Geistlichen an, welcher gleichfalls von der gefänglichen Einziehung der Missionare redete, aber als Ort ihrer Gefangenschaft Chrudim in Mähren, wie er irrthümlich statt Böhmen schrieb, nannte, und zugleich den Rath gab, die Sache alsbald dem Könige von Preußen vorzulegen. Am 31. März lief eine Antwort aus Wien bei Prof. Callenberg ein. Der dortige Freund theilte mit, daß er sogleich nach Brünn an einflußreiche Personen geschrieben habe, im Ucbrigen aber Vorschlägen müsse, die Befreiung der Gefangenen durch den preußischen Gesandten in Wien zu fordern. An den Großbritannischen und Churhannöverschen Gesandten zu Wien habe er sich selbst bereits in dieser Angelegenheit gewandt.