Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 5-6 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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»1 um sie zur christlichen Ueberzeugung zu führen, und darüber Bericht erstatten, ob er öffentliche Predigten für dieselben oder nur Privatgespräche mit ihnen gehalten habe. Hiernach wurde die Untersuchung auf die von den Missionaren in ihrer Arbeit gebrauchten und verbreiteten Bücher gelenkt, nach ihrem Unterhalt, den von ihnen bereisten Orten, der Zeit ihrer Reisen und den Wirkungen ihrer Arbeit gefragt. Besonders wurde ihnen vorgeworfen, daß sie evangelische Bücher nach Böhmen gebracht hätten, während dieselben doch in diesem Lande verboten seien. Manitius antwortete ernst: „Daß es verboten sein sollte, Jesum Christum unfern Heiland unter den böhmischen Juden bekannt zu machen und dazu denen, die es verlangen, die dahinzielenden Bücher in die Hände zu geben, haben wir nicht einmal von einer christlichen Nation vermuthen können. Vielweniger ist uns ein solches Verbot von Jhro Kaiserl. Majestät als einem christlichen Herrn bekannt geworden. Ich glaube vielmehr, daß unser allergnädigster Kaiser die Juden viel lieber in seinem Lande sehn würde, wenn sie Christen würden, als so, da sie Juden bleiben und Christum lästern. Es duldet ja Jhro Kaiserl. Maj. auch die Evangelischen in Wien und Ungarn." Der Vorsitzende gab die charakteristische Antwort: „Nein. Die Juden als Juden werden eher geduldet, weil sie so die Unsrigen nicht verführen können, denn wer wird wohl ein Jude werden? Aber als Evangelische können wir sie nicht dulden, dieweil sie dann Viele von unserer Kirche verführen möchten." Man wollte dann aus dem Reiseplan, den Manitius angeben mußte, und daß ihr Reisezweck in den Pässen nicht vermerkt war, neuen Verdacht schöpfen. Ebenso beschuldigte man Manitius, sie müßten durchaus heimlich sich nach Böhmen eingeschlichen haben, da man sie sonst bei der scharfen Bewachung der Grenze und bei der Strenge, mit der man besonders auf Personen, die Bücher bei sich führten, achte, nicht mit ihren großen Bücherpacketen eingelassen haben würde. Manitius konnte nur bezeugen, daß sie eben erst in Hohenmauth angehalten worden wären. Aber man wollte denselben durchaus nöthigen, es zu bekennen, daß sie die Hussiten hätten aufsuchen und unter diesen einige aus ihrem Vorrath besonders notirte evangelische Bücher austheilen wollen. Da Manitius natürlich dies bestritt, weil es ja eine ganz falsche Beschuldigung war, so drohte