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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
5-6 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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97 Callenberg mußte nun aber nach Wien berichten, daß der Ort der Gefangenschaft nicht Brünn, sondern Chrudim wäre, und fügte hinzu, es solle dies ein Chrudim in Mähren sein. Zugleich empfing er ein Schreiben eines preußischen Ministers aus Berlin, daß ihm durch Verwandte des Manitius das Schicksal desselben zu Ohren gekommen sei, und er nur vom Prof. Callenberg genauere Nachrichten erbitte, damit alsbald der preußische Gesandte Graf Seckendorf in Wien einschreiten könne. Am 6. April kam nun aber auch die Meldung aus Wien, daß man in Brünn von einer Angelegenheit dieser Art gar nichts wisse. Am 2. Mai dagegen berichtete der Minister aus Berlin, ihm sei mitgetheilt worden, daß die Gefangenen in Chrudim und unter weltlicher, nicht unter geistlicher Jurisdiktion gefangen lägen. Letzterer Umstand war von großer Wichtigkeit, denn eine Befreiung von dem geistlichen Gerichte wäre kaum zu erhoffen gewesen, wie alsbald von Wien her mitgetheilt worden war. Die Nachforschungen der preußischen Gesandtschaft stellten endlich fest, daß es kein Chrudim in Mähren gäbe. Callenberg machte deshalb in Berlin darauf aufmerksam, daß vielleicht Chrudim in Böhmen gemeint sei; in Wien aber wurde auch der dänische Gesandte für die Sache interessirt. Endlich gegen Ende Juni liefen gewisse Nachrichten aus Prag ein, daß sich die Missionare in böhmischer Gefangenschaft befänden. Nun wurde dies dem preußischen und dem dänischen Gesandten in Wien mitgetheilt, nnd am 8. Juli richteten diese ein Schreiben an den Oberstburggrafen in Prag, welches auch bald den gewünschten Erfolg hatte. 15. Arei. Den 8. Juli bekam das Gericht in Chrudim den Befehl, eine Beschreibung der beiden Gefangenen einzuschicken, an 17. langte der Entlassungsbefehl an. In den Nachmittagsstunden trat der Stadtrichter in das Gefängniß ein, ließ alle anderen Gefangenen herausgehen und rief den Beiden auf Lateinisch zu: Ihr werdet freigelassen! „Da kam der Geist des Lebens gleichsam wieder in uns, und unsere Gebete verwandelten sich in Loblieder." Am 18. Juli Vormittags wurden den beiden Missionaren die Ketten abgenommen, die sie 22 Wochen hindurch getragen hatten. An dem

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