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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
5-6 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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81 seine Verbindung mit Christo erlange; ganz evangelisch Wiedmann von der Vollkommenheit in Christo allein. Aber von Neuem kam Jener darauf zurück, daß die Heirathsbegier der evangelischen Geistlichen und das Verlangen der Fürsten nach dem Kirchengut der alleinige Grund der Kirchentrennung sei. Natürlich brachte er es damit nicht weiter. Hin und her streitend mußte er dann selbst bekennen, daß die evangelische Taufe eine vollkommene Taufe sei. Wiedmann nahm ihn beim Wort: „So handle ich nicht wider mein Gewissen, noch wider die römische Kirche, wenn ich in Böhmen den Juden die Taufe anbicte und sie lehre und ein eigenes Buch hiervon zu ihnen bringe!" Erregt rief der Dechant aus: „Du bist ein gelehrter und erleuchteter Mann, komm zu uns, so kannst du in Prag Professor werden!" Wiedmann lehnte diese Ehre sehr ruhig ab, und da er den Doktor der Theologie überall aus dem Felde schlug, so verabschiedete sich derselbe, auch diesmal sein Geschenk znrücklassend. An einem Sonnabende erschien er wieder. Cr hielt nun eine wvhlstudirte Ansprache über die Verdienstlichkeit der Werke; der Märtyrer im Block und in den Ketten wußte aber von einer solchen nichts. Da ihm Gründe fehlten, wurde der Herr erregt: „Er ist hart und widerspenstig und läßt sich nickt bewegen, katholisch zu werden!" Wiedmann erklärte ihm: „Durch das Wort Gewalt bringt man mich nicht dazu, und wo man mit Ketten, Banden, Stock und Eisen lehrt, da finde ich den evangelischen Geist nicht!" In jener rohen, ungeistlichen Weise, welche das Heiligste im Menschen nicht versteht, versprach ihm der Dechant hierauf, daß er ihn zu einem großen Manne machen wolle. Locken, Drohen, Bitten, Schmähen bot er stets von Neuem auf: Alles vergeblich. An seinen Judenmissionseifer appellirend, stellte er ihm vor; daß er auf der Prager Brücke die beste Gelegenheit, mit den Juden zu reden, finden solle. Schön entgegnete ihm der treue Missionar: „Fangen Sie Ihre Fische mit einer Angel oder Hamen in ponte (auf der Brücke), ich will die meinen fangen in kouts (im Wasser selbst) und das Netz im Namen Jesu auswersen". Und als ihm die Gefährlichkeit dieser ihm ja verbotenen Arbeit vorgestellt wurde, hatte er nur zur Antwort: „Mitten in das Wasser gehe ich hinein, wo die größte Tiefe ist. Kann ich nicht gehn, so muß ich schwimmen; man kommt nicht gleich um." Ordentlich kläglich pries der Herr 6

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