Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 5-6 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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84 und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel durch die, so in Gleißnerei Lügenredner sind und Brandmale in ihren Gewissen haben und verbieten, ehelich zu werden". Der Herr Doktor .der heil. Schrift kannte den Spruch gar nicht, um so wirksamer zeigte sich derselbe. Jetzt war es schlimm für ihn weiter zu disputiren, er nahm auch ziemlich bald Abschied; die Missionare aber schickten ihm später durch den Stockmeistcr ihren Brief an Prof. Callenberg zu und stellten ihm Feder und Dinte zurück. Der Kaiserliche Kommissar aber war darüber empört, daß der Dechant den Gefangenen die Gelegenheit, einen Brief zu schreiben, verschafft hatte, er erschien deswegen im Gefängnisse und verbot, den geistlichen Herrn ohne besondere Erlaubniß der Obrigkeit noch ferner zuzulassen; in der That wurde derselbe von da an auch vor der Thür des Gefängnisses abgewiesen. Die Gespräche mit dem Dechanten hatte Manitius ganz seinem älteren Freunde überlassen. Da er sich so schweigend verhielt und überdem in den kathol. Büchern fleißig las, glaubte der Dechant, daß der jüngere Missionar eine Zuneigung zu der kathol. Kirche habe. Er bat deshalb auch Wiedmann, seinen Gefährten nicht von einem Uebertritt abhalten zu wollen. Wiedmann rieth ihm statt alles Andern, sich die Antwort bei Manitius selbst zu holen. Die blieb denn auch nicht aus. Manitius erklärte dem Kanonikus: „Hochw. Herr, ich bin von der Gnade Gottes in Christo Jesu und von dessen Gerechtigkeit, die allein vor Gott gilt, so lebendig überzeugt, daß alle Ihre Vorstellungen mich nicht abzubringen oder irre zu machen vermögen, Sie werden bei mir am Wenigsten ausrichten". „Im Uebrigen gereichten uns seine Gespräche", fügt Manitius hinzu, „nur zur Befestigung im evangelischen Glauben." Als der Kommissarius die Gefangenen besuchte, bat Wiedmann denselben, doch nun endlich ihre Sache zur Entscheidung zu bringen: „Sehen die hochgeehrten Herren unfern elenden Zustand an. Ich werde auf dem Stocke gefoltert, hänge an den Füßen, bin lang und kann mich weder regen noch bewegen. Wir leben allzu kümmerlich; die Veränderung unsrer Lebensart ist zu schnell. Auf einmal sitzen wir Tag und Nacht unbeweglich und sind Leute, die sonst beständig reisen. Machen Sie doch eine Aenderung, wir fallen sonst über den Haufen." Der Kommissar antwortete nur, es werde wohl bis zum Verhör nicht mehr lange dauern.