Mannheim
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  1. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 17

    Mehl zu Speiseopfern. Wohl mag sich Jesus mit Entrüstung über den Mißbrauch ausgesprochen haben, daß der Tempelschatz Geschäfte treibe, und diese Aeußerung wird die Sage zu einer Thatsache umgestaltet haben. Ueberhaupt ist gerade der wichti…

  2. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 18

    man konnte ihm deswegen nichts anhaben. Die freie Meinungsäußerung war durch die häufigen Debatten der Schule Schammai's und Hilles so sehr Gewohnheit geworden, daß nicht leicht Jemand wegen einer abweichenden religiösen Ansicht verfolgt …

  3. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 19

    … wäre. Sobald die Häscher ihn ergriffen hatten, verließen ihn sämmtliche Jünger und suchten ihr Heil in der Flucht; nur Simon Petrus folgte ihm von ferne. Als es Tag geworden war am 14. Nissan, am Passahfeste, d. h. an dem Tage vor dem Feste der ungesä…

  4. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 20

    .Pilatus, vor den Jesus geführt wurde, fragte ihn nach der politischen Seite seines Auftretens, ob er als Messias sich als König der Juden ausgebe, und da Jesus darauf zweideutig erwiderte: „Du sagest es", bestätigte der Landpfleger einfach…

  5. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 21

    hat mit seinem Tode mehr gewirkt, als mit seinem Leben. - Die Schädelstätte wurde für die geschichtliche Welt ein neuer Sinai. UebrigenS machten diese für die christliche Welt so wichtigen Vorgänge zur Zeit in Jerusalem so wenig Aussehen, d…

  6. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 22

    Wunden" (Jesaias 53, 8). Damit war das Räthsel gelöst; es mußte Alles so kommen. Selbst daß Jesus als Verbrecher hingerichtet wurde, erschien bedeutungsvoll, damit die Prophezeiung vom Messias buchstäblich erfüllt werde. War es nicht vorher…

  7. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 23

    bald hier, bald da gesehen, mit ihm gesprochen, seine Wunden betastet und sogar mit ihm Fische und Honigseim gegessen haben. Die Gläubigkeit fand auch nicht den geringsten Grund an seiner Messianität zu zweifeln. So weit Grätz. Es ist nun n…

  8. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 24

    Bild Jesu umzuwandeln und die Berichte über denselben im Neuen Testamente anzugreifen nöthigten. Die Tendenz verlangte eine andere Construction der Geschichte; und so mußte sich dieselbe nun corrigiren, in ihren ältesten Urkunden verbessern…

  9. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 25

    den bleibenden Eindruck Jesu auf seine Jünger verständlich zu machen. Wie wenig er dies freilich auf solche Weise vermocht hat, erkennt Jeder, sobald man die Frage aufwirft: Woher aber der gleiche Eindruck von der Person Christi in allen de…

  10. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 26

    nicht und waren in ihrer großen Zahl ihm gleich an Gottesfurcht; für sie hatte die Aufforderung zur Buße keinen Sinn. Derselbe praktische Grund aber, nämlich die Ueberzeugung von der eigenen Vortrefflichkeit und von der eigenen Gerechtigkei…

  11. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 27

    beide ins Gericht geführt: Jesus und das jüdische Volk, so fällt die letzte Entscheidung auch des modern jüdischen Urtheils doch zu Gunsten des Volkes aus. So sehr es einem Grätz ganz offenbar eine schwere Ueberwindung kostet, sich über die…

  12. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 28

    heiligen Stadt. Es ist bekannt, daß England und Preußen, die beiden Vormächte des Protestantismus, gemeinsam ein evangelisches Bisthum in Jerusalem gegründet haben; und auch von unserem Blatt ist schon mehrfach darauf hingewiesen, daß gerad…

  13. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 29

    So hatte er, versunken in Gott, den er suchte und fand, gebetet und in der Ewigkeit gelebt, daß die sechs Stunden zur Viertelstunde geworden waren. Nun war er der Samuel, der Gott und seinem Dienst Geweihete, und ihm folgten alle seine Gesc…

  14. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 30

    ausersehen hatte, dabei still, ernst, demüthig, ein wahrer Christ; und aus dem ungelenken jungen Manne war eine majestätisch imponirende Erscheinung geworden. So habe ich ihn gesehen, wie er eben ausging auf seine erste Misstonöarbeit in Ab…

  15. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 31

    Die Strafe des Kreuzes unter den Juden. Dr. Philippson, der bekannte Redakteur der jüdischen Reform- Zeitung „Allgemeine Zeitung des Judenthums", hat früher eine in mehrere Sprachen übersetzte und unter seinen Volksgenossen weit verbreitete…

  16. 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 32

    über die Strafe des Kreuzes unter den Juden ganz Anderes zu erzählen. Derselbe berichtet : „Simon ben Schetach, der nach dem Austritte Juda ben Tabbais den Vorsitz im Synedrium eingenommen hatte (in der Zeit zwischen 79 und 70 vor Christo),…

  17. 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 1

    … hatte. Und sie sprachen: So lasset uns auf sein! Und wir baueten und ihre Hände wurden gestärkt zum Guten. Da aber das Sanballat, der Horonit, und Tobia, der ammonitische Knecht, und Gesem, der Araber, hörten, spotteten sie unser und verachteten un…

  18. 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 2

    66 Gedenket an Jerusalem! laßt euch Jerusalem im Herzen sein! Das, theuere Festgenossen, ist die Mahnung, die Bitte, die diese Festfeier, die der Jerusalems-Verein, der sie veranstaltet, immer wieder uns in das Herz rufen will. Bedarfs denn…

  19. 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 3

    p 67 und zu seinen Thoren einziehend der König der Ehren und der Gerechtigkeit, auf seinen Gassen wandelnd der Fuß des ewigen Friedefürsten und zu seinem Tempel kommend der Herr, den Propheten und Könige zu sehen begehrten; Jerusalem, das d…

  20. 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 4

    68 wie steht es zu Jerusalem? so hat er etliche der Seinen, die von dort zurückgekehrt, gefragt. Und ste haben ihm geantwortet: die Uebrigen vom Gefängniß sind daselbst im Lande in großem Unglück und Schmach; die Mauern Jerusalems sind zerb…