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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
3-4 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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nicht und waren in ihrer großen Zahl ihm gleich an Gottesfurcht; für sie hatte die Aufforderung zur Buße keinen Sinn. Derselbe praktische Grund aber, nämlich die Ueberzeugung von der eigenen Vortrefflichkeit und von der eigenen Gerechtigkeit vor Gott wie vor den Menschen läßt auch die modernen Juden ebenso wie die Juden in den Tagen der Pharisäer dem Zeugnisse Jesu über sich selbst, dem Zeugnisse des neuen Testamentes und dem Zeugnisse der gesammten christlichen Kirche aller Zeiten widersprechen. Dieser praktische Grund schafft alle die Räthsel und Schwierigkeiten, die sich um so unerklärlicher zeigen, je mehr alle die Versuche der Lösung scheitern, welche Jesum nicht auch den Heiland der Tugendhaftesten in Israel und welche ihn nicht den eingeborenen Sohn Gottes sein lassen wollen. So führt denn das moderne jüdische Urtheil über Jesum nicht zu seiner wahren Anerkennung. Man ist im Gegensatz zu früheren Tagen gewissermaßen stolz darauf, aus der eigenen Mitte den erzeugt zu haben, welcher die ganze Gestalt der Welt umgewandelt hat; aber man ist zwar bereit, den Glanz Israels durch ihn vermehren zu lassen, Buße und Glaube dagegen, die keine Errettung außer durch ihn, das Lamm und den Sohn Gottes kennen, verweigert man heute wie ehemals. Vor dem Bilde des leidenden Messias, der für die Missethat seines Volkes in den Tod geht und es nur durch sein Versöhnungsopfer erlösen kann, vermögen diejenigen neueren Juden, welche noch etwas auf geschichtliche Wahrhaftigkeit geben, mit Grätz nicht zu leugnen, daß es ein in ihrer Mitte altbekanntes sei; aberdiejüdi-- schen Gedanken dieser Art sind ihnen gewissermaßen em fremdes Gewächs auch wenn es allein auf ihrem eigenen Boden erwachsen ist. Es fehlt eben unseren Juden, wie denen der Tage Christi an dem practischen Verständnisse für einen Messias, der Israels Sünde büßen soll. Lohn für Gerechtigkeit erwartete das Volk damals, nicht aber meinte es vor allem Anderen und am Dringendsten der Vergebung zu bedürfen. Ein Messias, der seinem Israel königliche Herrlichkeit brächte, sollte willkommen sein, für einen andern war keine Stelle da. Die eigene Gerechtigkeit Israels ist der Fels, der stehen bleiben muß, auch wenn Jesus darüber zu Grunde gehen soll. Werden

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