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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
3-4 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Wunden" (Jesaias 53, 8). Damit war das Räthsel gelöst; es mußte Alles so kommen. Selbst daß Jesus als Verbrecher hingerichtet wurde, erschien bedeutungsvoll, damit die Prophezeiung vom Messias buchstäblich erfüllt werde. War es nicht vorher verkündet, daß er unter die Uebelthäter gerechnet werden würde? Seine Jünger wollten sich erinnern, von Jesu bei seinem Leben gehört zu haben, daß er Verfolgungen und sogar dem Tode entgegengehe. So gehörten also Leiden und Tod mit zum Beweise seiner Mesfianität. Seine Anhänger gingen sein Leben durch und fanden in jedem geringen Umstande eine höhere messianische Beziehung; selbst daß er nicht in Bethlehem, sondern in Nazareth geboren (wo steht das?) war, sollte die Erfüllung einer Prophezeiung sein: „Damit er Nazaräer genannt werde." So waren denn die Anhänger überzeugt, daß Jesus der Nazaräer der Messias sei. War das Gemüth der Gläubigen von dieser Seite aus beruhigt, so fiel es nicht schwer, einer anderen Sorge zu begegnen: Wann soll denn aber das-verheißene Himmelreich einkehren, wenn der Träger und Vollbringer desselben den Kreuzestod gestorben? Die Hoffnung gab Antwort darauf: „Der Messias werde in seinem Glanze wiederkommen mit den Engeln des Himmels, und dann werde er Jedem nach seiner That vergelten." Sie glaubten, Einige von den damals Lebenden werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn in seinem Reiche kommen sehen werden. Jeden Augenblick erwarteten die Gläubigen daher die Wiederkunft Jesu und unterschieden sich in diesem Punkte durchaus nicht von den Juden, nur daß jene die Messianität auf eine schon bekannte Persönlichkeit übertrugen.. Nach seiner Wiederkunft werde Jesus das tausendjährige Reich gründen, das Sabbathjahrtausend nach Ablauf der sechs Jahrtausende der Welt, das den Gläubigen alle Wonnen des Friedens und der Glückseligkeit bringen werde. Um diesen Glauben zu erhalten, durfte Jesus nicht dem Tode verfallen, sondern mußte wiedererstanden sein. Vielleicht aus Anlehnung an die biblische Erzählung von dem Propheten Jonas, daß er drei Tage im Bauche des Fisches zugebracht, bildete sich die Sage, Jesus sei drei Tage in der Gruft gelegen und sei dann wieder auferstanden, sein Grab sei leer erfunden worden. Viele Anhänger wollten ihn nach seinem Tode

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