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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
3-4 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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So hatte er, versunken in Gott, den er suchte und fand, gebetet und in der Ewigkeit gelebt, daß die sechs Stunden zur Viertelstunde geworden waren. Nun war er der Samuel, der Gott und seinem Dienst Geweihete, und ihm folgten alle seine Geschwister, alle von seiner Bekehrung ergriffen, alle nun erst den Eltern neu gegeben. Und wohin nun? Nach Basel in die Missionsanstalt, dahin wurde Samuel Gobat gesandt mit der Frage, ob aus ihm ein Diener Jesu Christi werden könne. Das Dorflind aus dem Jura war aber schon zum derben jungen Manne herangewachsen, ungeschickt und ungelenk in seinem ganzen Wesen. Als die Männer, die damals diese Anstalt leiteten, ihn sahen, schüttelten sie die Köpfe und sagten: Es wird kaum gehen; laßt uns erst versuchen, ob er irgend etwas lernen kann; laßt uns ihn ,in die Lehre geben zu einem Buchdrucker, ob er das Drucken und das Setzen lernen kann. Es geschah, und nach erstaunlich kurzer Zeit kam der Buchdrucker und bat, ihm den Gobat wieder abzunehmen, denn er könne ihm nichts mehr lehren. Da erstaunte man über die geistige Fähigkeit und Bildsamkeit des Ungelenken; jetzt wurde er in die Misstonsanstalt selbst ausgenommen. Hier galt es, ihm erst das Deutsche richtig und tüchtig zu lehren, dann Lateinisch, Griechisch, tebräisch und daneben die Wissenschaften, die zur Vorbereitung eines iisstonars nölhig sind. Man hoffte zu Stande zu kommen. Da befiel ihn eine Augenkrankheit, die ihm alles Lesen verbot. Und doch war er innerhalb zweier Jahre der bei Weitem gefördertste Zögling der Baseler Misstonsanstalt auch in den Sprachen geworden, so daß nunmehr die Aufmerksamkeit auf ihn, als auf einen solchen gerichtet wurde, -der zu einem schwierigen Missionsdienft, zu einem viel Geisteskraft und noch gewaltigere Willenskraft fordernden Amte geeignet sein möchte. Eben damals frug die englisch-kirchliche Missionsgesellschaft in Basel an, ob man dort nicht einen jungen Mann wüßte oder hätte, den man zum Missionar für Abessinien ausbilden könnte, unter die koptischen Christen in Abessinien — ein bis dahin noch nicht gewagter Versuch — aber zuerst mußte er die arabische, sowohl die vulgäre (Volks-) Sprache, als auch die litteräre, in welcher die Bücher geschrieben sind, lernen und es darin zur Fertigkeit bringen. Dies geschah zu Paris zu den Füßen des großen Kenners und Forschers der morgenländischen Sprachen, Sylvester de Sacy. Nach abermals zwei Jahren erklärte dieser Gelehrte, daß sein längerer Aufenthalt bei ihm überflüssig sei; was er ihn in der Vulgärsprache lehren könne, habe er zur vollsten Sicherheit und Fertigkeit erlernt. Er wurde nach Oxford gesandt, um dort unter dem einzigen Manne, der in England dieser Sprache gründlich mächtig war, die äthiopische, die alte Bibel- und Kirchensprache Abessiniens, und zugleich die amharische, die Volkssprache des Landes, zu erlernen. Dieselbe Erfahrung, wie in Paris. Er war es doch offenbar, den Gott sich

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