Mannheim
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  1. 1870-01-01 · 1870 · page 1

    Einladungsschrift zu der am 4., S., 6. und 7. April 1870 stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real und Volks-Schule der israelitische« che«ei«be. ZnHalt: 1. Ueber deutsche Grammatik als Lehrgegenstand an deutschen Schulen. Von L. Geiger.…

  2. 1870-01-01 · 1870 · page 2

    …nmittelbar für die Jugenderziehung zu verwenden; und so dürfen mir es denn auch wohl kaum für einen Zufall halten, wenn Jacob Grimm in den ersten Worten, mit denen er seine bewundernswerte Neugestaltung der deutschen Grammatik und Sprachforschung verk…

  3. 1870-01-01 · 1870 · page 3

    — 4 — Wendungen, Härten oder Weichen bestimmt........Jeder Deutsche, der sein Deutsch schlecht und recht weiß, d. h. ungelehrt, darf sich, nach dem treffenden Ausdruck eines Franzosen, eine selbsteigene lebendige Grammatik nennen und kühnli…

  4. 1870-01-01 · 1870 · page 4

    …s Geschlechtes, des Plurales, der Declination u. s. f." (Lehrg. x. XI.VI.) — Von der Sprache der Deutschen zur Zeit des Tacitus sagt Adelung: „Ein noch so ungebildetes Volk hat wenig und dazu größtentheils nur sinnliche Begriffe, seine Sprache kan…

  5. 1870-01-01 · 1870 · page 5

    — 6 — So trat denn an die Stelle der Verachtung, die man bis dahin gegen die alte Zeit gehegt, welche noch so gar nichts von der verfeinerten Cultur des 18. Jahrhunderts besaß, die höchste Ehrfurcht gegen die Natur und den unbewußt schöpfer…

  6. 1870-01-01 · 1870 · page 6

    dern nur die Heranführung an das Verständniß oder auch an den Gebrauch der Schriftsprache kann Aufgabe der Schule sein____Wäre das Deutsche eine blos gesprochene Mundart, so hätte man Recht, allen schulmäßigen Betrieb aus den Schulen Deutsc…

  7. 1870-01-01 · 1870 · page 7

    — 8 — II. Guellen der neuhochdeutschen Sprache. Juther. Aelteste deutsche Grammatiker. Schleicher über die deutsche Schriftsprache. Wie bekannt, sind dem Neuhochdeutschen zwei andere große Literaturperioden vorausgegangen: die althochdeutsc…

  8. 1870-01-01 · 1870 · page 8

    — 9 — schwäbischer Dialect mit den alten Voealen, und daneben ein bairisch-österreichisch er und ein lothringisch-fränkisch-obersächsischer: der erstere unterschied noch ei und ai, indem ei überall eintrat wo dereinst i gesprochen worden wa…

  9. 1870-01-01 · 1870 · page 9

    — 10 — Jahr 1531 „von unserer gemainen Teütschen sprach", „von lang gewohntem brauch der teüischen Wörter" redet i); so Oelinger, der in seinem lateinisch geschriebenen „Underricht der Hoch Teütschen Svraach" im Jahr 1573 sagt: „das Idiom, …

  10. 1870-01-01 · 1870 · page 10

    — 11 — In demselben Jahre 1578 erschien aber des Clajus ^(^i-ammatiea. Kerraauieae lin^uae", welche, wie schon der Titel sagte, die deutscher Sprache „nach Luthers deutscher Bibel und seinen übrigen Schriften" lehrte. Und schon Fabian Frang…

  11. 1870-01-01 · 1870 · page 11

    — 12 — würde ganz und gar irrig sein. Auf sämmtliche Sprachen der Culturvölker der Gegenwart hat die Literatur einen mindestens ebensogroßen Einfluß geübt, und sie alle stehen in einem ähnlichen, meistens noch stärkeren Gegensatze, sowohl g…

  12. 1870-01-01 · 1870 · page 12

    — 13 — die zu ihrer Bildung beigetragen hab-n, gehören auch ganz verschiedenen Svrachstämmen an, während Normannen und Angelsachsen doch mindestens beide Jndogermanen sind. Ja es siegelt sich in jenen orientalischen Sprachgemengen die ganze…

  13. 1870-01-01 · 1870 · page 13

    — 14 — ziehen; niemals erwächst der Gattung aus einem solchen ausgezeichneten Individuum ein Gewinn. Aber der Mensch wirkt auf Andere seines Gleichen, seine Gaben verzehren sich nicht ungenutzt, sie fördern seine Umgebung, ziehen sie mit em…

  14. 1870-01-01 · 1870 · page 14

    15 - Ennius geschrieben, nicht 80I1W8 sum, wie der große Haufe, das voIZuL sage. Man sieht, wie unrichtig es wäre, die lateinische Schriftsprache, sei es in Hinsicht auf Mitwirkung des Schriftstellerthums bei ihrer Feststellung, sei es in H…

  15. 1870-01-01 · 1870 · page 15

    …n Latein des 6. Jahrhunderts vergleichen, das in vieler Hinsicht mehr dem alterthümlichenLatein, als dem des Virgil nnd.Cicero glicht)." Die Bemühungen der Araber um die grammatische Richtigkeit der Sprache steigerten sich mit der Verbreitung der…

  16. 1870-01-01 · 1870 · page 16

    — 17 — den Chatai Frieden schloß, sah ich beim Eintritte in die Moschee zu Kaschgar einen lieblichen Knaben, der die Syntax des Samachschari in der Hand hatte und las: „Seid schlug den Amr, Amr ist das Object." Ich sagte: „O Knabe, Charism …

  17. 1870-01-01 · 1870 · page 17

    — 18 — Das einzeln aufwachsende Kind steht aber diesem Resultate, immer nur lernend gegenüber; es empfängt das Vorhandene, und dies ist ihm Gesetz. Es ist ganz und gar nicht so, als ob aus dem Kinde neue Formen durch inneren Naturtrieb herv…

  18. 1870-01-01 · 1870 · page 18

    — 19 — deutsche innerlich übersetzt werden, sondern sofort hochdeutsch in ihm entstehen. Darum und aus keinem anderen Grunde wird es von dem natürlich kindlichen Gefühl lächerlich gefunden, und wie ich glaube, mit Recht, wenn eine superklug…

  19. 1870-01-01 · 1870 · page 19

    — 20 - Theil von Wahrheit nicht verkennen, der in der analytischen Methode liegen mag. Es ist gut, nicht todten Stoff zu überliefern, die Selbstthätigkeit anzuregen, auffinden zu lassen, wo es eben angehen will. Aber thöricht wäre es, sich …

  20. 1870-01-01 · 1870 · page 20

    … anzuschließen, wohl die überwiegende Zahl practischer Schulmänner gegen sich vereinigt^)." Es ist allerdings wahr, daß Homer keine griechische Grammatik gekannt hat, und daß Sophokles keine Ahnung davon hatte, daß, und warum er hier einen Conju…