Mannheim
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  1. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 21

    21 ^eüillefoi). Dreihundert Jahre Shylock-Schimpf. Vortrag, gehalten am 5. Jänner 1901 in der „Oesterr. Israelit. Union" von Adolf Gelber. (Schluss.) Und da ist's nun endlich! Shylock traut seinen Ohren nicht . . . Ha, Christennarrheit, Chr…

  2. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 22

    er kneift die Augen zusammen und spielt im Geiste mit den Möglich« keiten — und es wird ihm doch so schwül und schwer zu Muth. Denn wie passt es zu ihm, dem alten Manne, sich auf so phantastische Spässe einzulassen? Ist denn die Sache nicht…

  3. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 23

    23 ihm die wildeste Absicht zuzuschreiben, das hejsst, ihn für wahnsinnig halten — und das hat noch niemand gethan. Und nun, was geschieht denn eigentlich weiter, und was kommt hinzu, um diesen wildesten Rachedurst zu erzeugen? Das ist jetz…

  4. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 24

    Diener unfein sein? Nur dass er ein Gewissen hat, welches für ihn diese Frage der Dienstveränderung zu einer Staatsaction gestaltet, in welcher alle guten und bösen Geister mitspielen,und da sagt der Teufel: „Verlass' den Juden!" und das Ge…

  5. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 25

    25 Reisezeit für das Schiff, also vorwärts zum Molo, zum Lido . . . Aber da fehlen plötzlich einige von den Herren, die mitsollen, Lorenzo und Graziano fehlen, Solanio und Salarino fehlen auch. Wo sind sie denn? Man weiss es nicht, und unge…

  6. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 26

    -20 ihnen gesucht und sie zur Eile angetrieben? Antonio hinter dem Ganzen? Ha, wie glaubt er nun alles klar! Welch ein Betrug, welch ein Complot, welch eine Niedertracht ohnegleichen! Das war es also, was Lancelot ankündigte V Verschworen h…

  7. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 27

    L>7 weil er ein Jude war, hatte man keine Empfindung für das, was ihm von der Diebin angethan wurde: mit ihr, dem schäkernden Fräulein, sympathisierte man, ihn nannte man den Hund, der mit seinem Bellen die Gemüthlichkeit stört; bei ihr flö…

  8. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 28

    Haus gebracht wurde, um von da weiter auf dem Schiffe des Bassanio zu fliehen. Und wer soll ihn überzeugen, dass es anders war? Salerio und Solanio, die ihn höhnten? Sie waren mit im Complot, und er wird sagen, sie sind falsche Zeugen. Oder…

  9. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 29

    29 scheulich! Verkennst auch Du so sehr die Grenzen der Möglichkeit? So tritt kein Mann auf, der stückweise gebrochen wurde, keiner, der, feige wie ein Wolf und hungrig wie ein Wolf, bis zum Gerippe abgezehrt ist. Weiss er denn nicht, was e…

  10. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 30

    3<J an die Knie, an die Hüften . . . Und. nicht wahr, dieser blosse Anblick spricht ja schon genug? . ♦ . Aber nein! Plötzlich fährt eine messerscharfe Stimme dazwischen, und einer, der mitgethan hat bei der Verführung und Entführung seiner…

  11. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. Seite 31

    auf folgender Basis: — Er will die ihm zugesprochene Hälfte des Vermögens behalten, die andere Hälfte aber, die nun dem Staate gehört, aufdie soll dieser gute Staat gnädiglich verzichten, und Shylock soll sie wieder bekommen, jedoch nur zur…

  12. 1901-05-01 · 5/6 (Mai/Juni 1901) · p. [Seite]

    ^^^^»^V^^^AV»»V^^^VM^^A^^^»^^M^#^^ c$9 c$» c$9 c$9 c$9 c$9 c$9 C$9 C$9 C$9 C$9 c$9 C$9 -r-y-r'-r-f-»'-fr>-»>-r-»'-y-»'-f bas Rechts schutz- und flbwehrbureau der „Oesterreichisch - Israelitischen Union" Wien, IX. Berggasse 20 gewährt allen …

  13. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. [Seite]

    Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union. Nr. 7, 8 Wien, Juli-August 1901 13. Jahrgang /»^^^^^/S^^^^^^^ Wirtschaftlicher Boycott. Die Versöhnungsfahrt des Kaisers nach Böhmen hat einen tiefen und nachhaltigen Eindruck zurückgel…

  14. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 2

    wesen verwachsen, dass wir sagen dürfen, das Schicksal, das man uns Juden bereitet, ist das Schicksal des Staates selbst. Duldet man Unrecht und Willkür gegen uns, dann ist das ein sicheres Zeichen, dass die Achtung vor dem Gesetze und die …

  15. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 3

    3 Aber es zeigt sich hier, wie berechtigt die Forderang war, mit welcher die „Oesterreichisch-Israelitische Union" an Herrn von Ko erber kurz nach dessen Amtsantritt herantrat, dass er nicht erst abwarte, bis einzelne Beschwerden an ihn gel…

  16. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 4

    … wäre die Synagoge der jüdischen Confession eine dahinsinkende Gestalt gewesen? Zur Zeit Raschis, Jehnda Halevis, eines Maimonides, Salomo ibn Gebirols, zur Zeit, wo die Juden den halbbarbarischen Nachkommen der alten germanischen und gothischen Völk…

  17. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 5

    theile erringen; weg mit dem — nach seiner aus christlicher Quelle geschöpften Meinung — alten Plunder. Ich bin überzeugt — und die Geschichte lehrt es — dass e& jüdische, ethisch niedrigstehende Naturen genug gibt, welche auch bei der best…

  18. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 6

    Aber halt! Was ist's mit dem jüdischen Religionsunterricht? Der ist doch frei! Ja, frei ist er wohl, aber nicht im mindesten geeignet, die vom Hause aus indifferente Jugend für das Judenthum zu erwärmen. Im Gegentheil. Ein jeder weiss aus s…

  19. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 7

    Wie soll es auch anders sein, wenn derjenige, der ihm das Idealste beibringen soll, ein gedrückter, armer Mensch ist, der nicht einmal die Muttersprache des Kindes in ihrer Reinheit spricht, ein Mensch, der den Unterricht als einen drückend…

  20. 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 8

    s Kopfe behalten, dafür aber das Judenthum umgehen, weil es ihnen eine fremde Sache geworden. Ist es denn zu verwundern, wenn ein selbst tief-religiös denkendes Staatsoberhaupt einem von ihm hochgeschätzten Juden gegenüber es als leicht und…