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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1901-07-01 · 7/8 (Juli/August 1901) · p. Seite 8

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
13 (1901)
Issue
7/8 (Juli/August 1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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s Kopfe behalten, dafür aber das Judenthum umgehen, weil es ihnen eine fremde Sache geworden. Ist es denn zu verwundern, wenn ein selbst tief-religiös denkendes Staatsoberhaupt einem von ihm hochgeschätzten Juden gegenüber es als leicht und selbstverständlich hinstellt, seine Confession einem hohen Staatsamte zu opfern, wenn in der jüdischen Intelligenz das Fremdthun gegenüber der Confession Mode geworden? Denn nicht deshalb ist es den Juden fremd geworden, weil der Inhalt nicht mehr actuell, nicht mehr lebendig war, sondern weil sie den Inhalt nicht kennen und nicht in der Lage sind, ihn kennen zu lernen; er ward ihnen künstlich fremd gemacht, entzogen von denen, deren Pflicht es wäre, für die Verbreitung der Erkenntnis des Judenthums zu sorgen. Nicht nur die Methode des Religionsunterrichtes muss geändert werden, es müssen auch an die Männer, denen er anvertraut ist, ganz andere Ansprüche gestellt werden, als bisher. Dazu ist Geld nothwendig, denn ganze Männer müssen auch social hochgestellt werden. AVichtiger als die localen Alterthümer, wichtiger als der Bau prunkvoller Tempel ist die würdige Anstellung ausgezeichneter allgemein gebildeter, mit Geschmack und Tact begabter deutscher Religionslehrer und Rabbiner. Wenn durch sie wieder die Kenntnis des Judenthums eine allgemeine werden wird, dann werden sich auch die nackensteifen Männer mehren, welche auf den Einwand: „Das lässt sich ja ändern", an den Stufen des Thrones stolz verkünden werden: ..Ich bin Jude aus Ueberzeugung!1' Salomo be n M e I r. Mitteilungen der „Oesterr.-Israelit. Union". Der Union-Kalender. Ende Juli erscheint der neue Jahrgang (5661 1901/1902) des von der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" herausgegebenen „Kalenders für Israeliten". Das Buch enthält neben dem reichen kalendarischen Theile einen vollständigen Schematismus aller österreichisch-ungarischen Gultusgemeinden, ihrer Gemeinde-Functionäre, rituellen Institutionen und Stiftungen, ferner eine vollständige Ueber sieht des gesammten jüdischen Vereinswesens und eine Reihe wertvoller literarischer Abhandlungen. Der Union- Kalender hat sich in den 12 Jahren seines Bestandes als unentbehrliches Haus- und Hilfsbuch in tausenden jüdischen Familien eingebürgerl. Der neue Jahrgang erscheint nicht nur in handlichem Einbände, sondern ist auch typographisch elegant ausgestattet. Der billige Preis (Kr. 1*50) ermöglicht auch dem Minderbemittelten die Anschaffung.

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