Mannheim
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  1. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. [Seite]

    Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union. Nr. I Wien, Januar 1901 13. Jahrgang J1J|jrunjXft^^ m ««■■•i*«»*» *«..Aifti* * » m m + **mm An unsere geehrten Mitglieder! An die gesammte Judenschaft Oesterreichs! Jn wesentlich veränd…

  2. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 2

    2 ganzen^Reiche ergriff, musste der Vorstand der „Oesterreichiseh- IsraelitFschen Union" darauf bedacht sein, für die Festigung des Judenthums nach Innen und seine Verteidigung nach Aussen weitere Grenzen zu ziehen. Je mehr sich die Reihen …

  3. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 3

    3 brüder — das Alles sind Thätigkeiten, die nicht von einander getrennt werden können. Ihr Zusammenhang wird auch dem kurzsichtigsten Auge sofort klar, wenn wir hervorheben, dass j e der galiz is che Jude, der aus Mangel an Erwerb seine Hei…

  4. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 4

    I sein und zugleich unser Gemeingefühl stärken, und damit erfüllen wir den Vereinszweck: die über uns verbreiteten Vorurtheile zu beseitigen und die confessionellen Gegensätze zu bekämpfen. Unsete Monatschrift aber soll einerseits das unent…

  5. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 5

    Diese Einschränkung ist berechtigt gegenüber einer Regierung, die durch eines-ihrer- Mitglieder die seltsame Erklärung abgab, dass: an den Pforten des, Klosters die Staatsgewalt, aufhöre. Man kann noch weiter gehen und behaupten, dass schon…

  6. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 6

    6 und waren ungeschwächt durch Kampfund Niederlage. Die clericalfeudale Herrschaft hat sich immer noch durch ihr Uebermass von Härte, Unduldsamkeit und Eigennutz verhasst gemacht. Empfindet erst wieder das Volk den Druck des ihm auferlegten…

  7. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 7

    7 von dem Rechtsschutz- und Abwehrbureau der „ Union * geübt wird, zu beschränken, um es zu keiner Verjährung dieser Rechte kommen zu lassen. Bei den Wahlen aber friögen sie s c h w e i g e n d und entschlossen zur Urne gehen und jeden Gegn…

  8. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 8

    s nach kurzer Zeit in vollen Widerspruch zu ihren früheren Angaben setzen in der begründeten Erwartung,' d^ass ihr Publicum sich der letzteren nicht mehr erinnere. Dann aber sollen Fälle von hoher Be- 'deutung, wie es der Fall Araten ist, i…

  9. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 9

    9 (Vorlesend) : „Auf meine zweite Eingabe, dass mir gestattet werde, sie zu sprechen, wurde mir ein Polizeicommissär zur Begleitung ins Kloster mitgegeben. Ich blieb im Corridor, während mein Vater Markus Araten sich mit dem Commissär ins I…

  10. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 10

    10 die Gräfin P o t o e k a gelangen liess mit der flehentlichen Bitte, sie ihrem Elternhause wiederzugeben." Ich füge aus einem zweiten Bericht hinzu, dass Michalina Araten in die verschiedenen Klöster Binczice, Morawiee, Wolajustowska, Ke…

  11. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 11

    …au, in das « sie, gebracht werden. Ich kann sie nur kurz skizzieren. Da ist zunächst deib Fall; Rosa (Rochme) Weiss aus Wieliczka. Das Mädchen ist 15 Jahre Mt, entläuft am 7. August 1899 aus dem Elternhause wegen einer Liebelei, kommt wieder zurück,…

  12. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 12

    2 Hause weggeführt. Der Vater erfährt, dass sie beim Pfarrer in Siedliska sei,, der sie aber nicht herausgibt. Alle Bemühungen des Vaters sind vergeblich. Der „Glos Narodu" jubelt über die glückliche Entführung eines Judenmädchens aus dem H…

  13. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 13

    13 um gar nichts Anderes kümmern können. Und dann, wenn man am Abend aus der Fabrik nach Hause kommt, so ist das, wie wenn man ein Pferd oder einen Ochsen aus dem Pflug spannt. Man legt sich hin und denkt an gar nichts!" So ist es auch! Sob…

  14. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 14

    Ii sich das Kind nicht zu beklagen. Es wurde für seine körperliche Pflege ebenso wie für seine Erziehung gesorgt. Wenn man nun in in solchem Falle ohne Noth den Frieden der Familie zerstört, das Kind aus diesem Frieden reisst, so geschieht …

  15. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 15

    15 schaffen eines entgegenstehenden Hindernisses wird das Verbrechen begangen. Es ist auch unentscheidend, ob das Kind sich im Wohnräume der Eltern befand. Wenn Michalina Araten im Kloster von Krakau der Behörde zugänglich war und ihrem Vat…

  16. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 16

    IG glaubt. Der Chinese gibt gerne Auskunft und freundliche Antwort; er ist selbst wissbegierig, und wenn man seine Neugierde für Alles, was man am Körper hat, nicht missversteht und Angriffe fürchtet, wo bloss Auskünfte verlarigt werden, so…

  17. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 17

    17 2. Samstag den 19. Jänner, präcise 8 Uhr abends, im Restaurant K h u n « r, L, Adlergasse 6 : V o r trag des Schriftstellers Herrn Doctor Heinrich Glücksmann : „Ins neue Jahrhundert". Nach dem Vortrage gemeinsames Abendessen. Die Damen u…

  18. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 18

    …. Mittlerweile hatte Rochme das Kloster verlassen und hielt sich bei verschiedenen Personen theils in Krakau, theils in Wieliczka auf. was dem Anwalte des Vaters die Krakauer Polizei-Direction bestätigte. Nach langwierigen Verhandlungen und Einverne…

  19. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 19

    19 geben haben, und dass diese Praxis im vorliegenden Falle zum erstenmale durchbrochen worden ist. Es ist also immerhin eine wichtige principielle Entscheidung, welche hier von dem durch die „Oesterreichisch-Israelitische Union" bestellten…

  20. 1901-01-01 · 1 (1.1901) · p. Seite 20

    20 Druck, den wir Juden nun von unseren ehemaligen Freunden erleiden, wenigstens die erfreuliche Wirkung, dass wir uns zusammenfinden zu Schutz und Trutz! Denn es gibt noch Viele, die sich ihres Judenthums schämen, erst wenn sie von den Ari…