Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 13 (1901)
- Issue
- 1 (1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union. Nr. I Wien, Januar 1901 13. Jahrgang J1J|jrunjXft^^ m ««■■•i*«»*» *«..Aifti* * » m m + **mm An unsere geehrten Mitglieder! An die gesammte Judenschaft Oesterreichs! Jn wesentlich veränderter Gestalt erscheinen fortab die Vereinsmittheilungen der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" vor deren Mitgliedern. Aus zwanglosen Blättern, die kaum mehr als das Protokoll der letzten und die Einladung für die nächste Versammlung enthielten, ist eine Monatsschrift geworden, die unseren Mitgliedern nicht nur Belehrung und politische Orientierung bietet, sondern in regelmässiger Folge auch Rechenschaft geben soll über die Thätigkeit der Vereinsleitung und über die Gestion des Rechtsschutz- und Abwehrbureaus. — Diese Veränderung entspricht der tiefgreifenden Umwandlung, welche die „Oesterreichisch- Israelitische Union" selbst im Verlauf der letzten drei Jahre erfahren hat. Durch mehr als ein Jahrzehnt ein auf die Bannmeile Wiens beschränkter politischer Verein, der seine Mitglieder lediglich zu wissenschaftlichen Vorträgen oder politischen Discussionen versammelte, hat sie mit der Schaffung des Rechtsschutz- und Abwehrburoaus einen Wirkungskreis gewonnen, der die gesammte österreichische Judenschaft umfasst und ihr eine grosse Anzahl neuer Mitglieder aus dem ganzen Reiche zugeführt hat. Daraus ergab sich die zwingende Nothwendigkeit, ein Orgran zu schaffen, welches auch den Mitgliedern ausserhalb der Reichshauptstadt die Möglichkeit erschliesst, an dem Vereinsleben Antheil zu nehmen, an dem Vereinszwecke mitzuwirken und mit der Gentraileitung in fortdauernden innigen Contact zu treten. Dieses Organ soll die „Monatsschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union" sein. Als den Zweck des Vereines definiert der § 1 der Statuten: „Den Sinn für die jüdische Wissenschaft und die Angelegenheiten des Judenthums unter den österreichischen Juden zu heben, die über das Judenthum verbreiteten Irrthümer und Vorurtheile aufzuklären und zu beseitigen, endlich die auf Verschärfung der confessionellen und Racengegensätze gerichteten Bestrebungen zu bekämpfen." Die antisemitische Bewegung hat den specifisch wienerischen Charakter, den sie in ihrem Ursprünge trug, längst abgestreift. In dem Masse, als sie alle Nationalitäten, alle Parteien und Bevölkerungsclassen im