Mannheim
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  1. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 23

    23 ihr die Geheimnisse des Schaffens und Gestaltens abzulauschen; keine bringt den Menschen so nahe zu einem Antheil an dieser schaffenden Kraft der Natur, wie die Chemie. Es soll wenigstens kein Schüler unsre Anstast verlassen, ohne eine V…

  2. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 24

    24 Auch für die neuere und neueste Zeit, wie man sie nennt, muß die deutsche Geschichte für uns und unsre Schüler das Wichtigste bleiben. Aber weil sie in der That nicht mehr den bewegenden Mittelpunkt der Weltgeschichte bildet, muß der Sch…

  3. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 25

    25 Die Geschichte des Mittelalters muß freilich schon ein Bild der gewaltigen Umgestaltung geben, die mit der Völkerwanderung und dem Untergang Roms, mit der Gründung der christlichen Kirchengewalt und der deutschen Kaisermacht, mit dem Rit…

  4. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 26

    26 Staaten so wie auf die Stellung, die Holland und Skandinavien im europäischen Staatenkoncert gewonnen; das wechselnde Machtverhältniß der einzelnen Staaten zueinander: der Verfall Spaniens und das Wachsthum Hollands, das Streben Frankrei…

  5. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 27

    27 mit Entschiedenheit aus, daß der Unterricht auf dieser Stufe und über diese Zeit dahin zielen muß, den Zögling in den großen Bewegungen und Kämpfen dieser Zeit Partei nehmen zu lassen, und das Gefühl in ihm zu wecken und lebendig zu erha…

  6. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 28

    28 hätte, und so würde ich wieder handeln, wenn solche Zeiten wieder kämen. — Die Jungen sollen zu 15 und 16 Jahren keine Politiker und am wenigsten politische Kannengießer werden. Aber sie können und sollen wissen und fühlen, daß sie ein V…

  7. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 29

    29 als Weltmeere und Welttheile vorgeführt und eingeprägt, und dann ihn in diesem großen Ganzen, aus dem zunächst wieder unser Welttheil in bestimmterer Gliederung hervorgetreten ist, den Ort und den Raum erkennen läßt, den das weitere Vate…

  8. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 30

    30 weise und ihren Erwerbsarten bekannt gemacht werden. Vor Allem aber soll er erfahren, was sie schaffen und wie sie mit einander verkehren: von ihren Gewerben und ihrem Handel nebst den großen Centralpunkten derselben in den einzelnen Stä…

  9. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 31

    31 und reicher die Beziehungen der Fremde zu seiner Heimath sind, um so mehr soll er mit derselben und mit diesen Beziehungen vertraut werden. Zu den wichtigsten und schwierigsten Unterrichtsgegenstünden der Schule gehören die neueren Sprac…

  10. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 32

    32 der Erreichung dieses einzelnen Zweckes andere zum Opfer bringt, die für das Ganze von größerer Wichtigkeit sind. Unerreichbar ist für eine Schule, wie die unsrige, daß alle Zöglinge sich eine Aussprache aneignen, die in Laut und Ton und…

  11. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 33

    33 nicht geopfert werden dürfen. — Warum will der Deutsche allein so große und dennoch erfolglose Anstrengungen machen, um in Frankreich für einen Franzosen und in England für einen Engländer zu gelten, während der Engländer und der Franzos…

  12. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 34

    34 französischen Sprache auch mit dem Geiste der deutschen bekannt sei. — Die englische Sprache bietet weniger Stoff als die französische für diesen Zweck der allgemeinen Geistes- und Sprachbildung, und es durste daher in unfern Schulen dem…

  13. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 35

    35 sondern nur durch Lektüre guter und verschiedenartiger Schriften : von den Dichtungen und prosaischen Meisterwerken klassischer Literatur bis zu den Erzeugnissen der neuesten Literaturepoche, im Konversationston des Lustspiels, in Zeitun…

  14. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 36

    36 denn sie führt uns aus der Sphäre jener kindlich erhabenen Anschauungen nach und nach in das Gebiet der biblischen Heroen- und Sagenzeit und endlich in das einer mehr und nlehr zur Geschichte ernüchternden Darstellung. Man wird daher gut…

  15. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 37

    37 väterliche Religion durch Bewunderung der erhabenen Wahrheiten befestigt, die von ihr ausgehen. Die Bibelkunde bildet in dieser Weise eine der wichtigsten Grundlagen für den Aufbau des eigentlichen und insbesondere des s p e z i f i s ch…

  16. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 38

    38 Vätern überliefert worden, scheint bei der Trefflichkeit der Uebersetzungen, die wir von derselben besitzen, kaum noch eine Nothwendigkeit, unr uns mit dem Geiste der heiligen Schriften vertraut zu machen. Aber ich wiederhole, es ist ein…

  17. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 39

    39 Schüler zu jenem Verständniß auf dein Wege rein mechanischer Einübung zu führen, auf dem inan wohl sonst zu demselben zu gelangen pflegte. Wem das Gefühl dieser Pietät fremd ist, mit der wir die Sprache unserer heiligen Schrift zu ehren …

  18. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 40

    40 Schrift wird dem Eindrücke des geschriebenen Wortes eben so sehr schaden, wie eine mißtönende, schreiende oder tonlose Stimme dem Eindruck des gesprochenen. Die Sicherheit und Festigkeit der Handschrift pflegt wohl nicht ganz mit Recht a…

  19. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 41

    41 Bildung des Geschmackes für die Erfassung und Würdigung des Schönen in den Dingen, sowie in ihrer künstlerischen Darstellung, und ein Viertes endlich die Erweckung der Phantasie zum eigenen Schaffen und Gestalten, zu dem selbst die niedr…

  20. 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 42

    42 das Auge folgen. Sie muß für die zahlreichen Abstufungen des Schaltens eben so zahlreiche Stufen des Druckes und der Dichtigkeit der Linien haben. Der Unterricht wird dem Auge durch Belehrung über die Gesetze der Perspektive, der Hand du…