Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 39)
- Language
- German
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35 sondern nur durch Lektüre guter und verschiedenartiger Schriften : von den Dichtungen und prosaischen Meisterwerken klassischer Literatur bis zu den Erzeugnissen der neuesten Literaturepoche, im Konversationston des Lustspiels, in Zeitungen, Briefen Memoiren u. s. w. Die Lektüre muß daher zu diesem Zweck schon auf den untersten Stufen des Schulunterrichts beginnen und bis zu den obersten fortgesetzt werden, während hier zugleich die praktische Anwendung in freien Aufsätzen, Erzählungen, Briefen u. s. w. geübt wird. Endlich muß aber die Lektüre auch zur Einführung des Schülers in Kenntniß und Verständniß der fremdländischen Literatur überhaupt dienen und damit die letzte Aufgabe des Unterrichts in der fremden Sprache zur Lösung bringen, indem sie den Zögling nicht nur mit dem Geist der Sprache, sondern der Nation selbst und mit der Denk- und Empfindungsweise ihrer hervorragendsten Vertreter bekannt macht. Wenn wir in diesen Blättern eine Darlegung und Zusammenstellung des gesammten Lehr-Materials versuchen, das die Schule zu bewältigen hat, und gewissermaßen die Summe der Leistungen ziehen wollen, die sie sich zur Aufgabe macht, so vermöchten wir von dem Religionsunterricht als solchem in diesem Sinne eigentlich nicht zu sprechen. Denn dieser Unterricht — wenn er tiberhaupt so genannt werden darf, — dessen letztes Ziel nur das der sittlichen Bildung und Erziehung sein darf, kann sich für seine Leistungen kein positiv abgegrenztes Ziel setzen oder setzen lassen. — Aber der sittlich erziehende Religionsunterricht ruht auf positiven Grundlagen, deren Aufbau zu den Aufgaben der Schule und daher auch ins Bereich dieser Besprechung gehört, und diese wollen wir hier mit einigen Worten näher beleuchten. Die einzig mögliche und natürliche Einführung in die Gebiets- und Lebenssphäre der Religion ist die biblische Geschichte; die Anregung zur Ausnahme unmittelbarer religiöser Anschauungen in das Gemüth des Kindes, das mit diesen Erzählungen die unverwelkliche Blüthe des religiösen Kindesalters selbst in sich aufnimmt und gewissermaßen immer wieder neu durchlebt. Die biblische Geschichte trägt aber zugleich auch das Gesetz des natürlichen pädagogischen Fortschrittes in sich selbst; 3*