Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 43)
- Language
- German
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39 Schüler zu jenem Verständniß auf dein Wege rein mechanischer Einübung zu führen, auf dem inan wohl sonst zu demselben zu gelangen pflegte. Wem das Gefühl dieser Pietät fremd ist, mit der wir die Sprache unserer heiligen Schrift zu ehren und ihre Kenntniß in unfern Kindern zu erhalten haben, der mag den praktischen und den wissenschaftlichen Nutzen des hebräischen Unterrichtes gering anschlagen. Wem es aber am Herzen liegt, die Religion der Väter in dem Geiste, in dem sie geschichtlich geworden ist, auch auf seine Kinder zu vererben, dem wird auch die Zeit, die sie auf das Erlernen des Hebräischen verwenden, nicht als eine verlorene erscheinen. — Es bleibt uns nun nur noch die Besprechung der sogenannten Fertigkeiten übrig, die sich der Zögling unserer Schulen in derselben aneignen soll: das Schreiben und Zeichnen, das Singen und Turnen. Ueber den praktischen Werth des Schreibens überhaupt wird es wohl hier keines Wortes bedürfen. Das Schreib - lesen hat den pädagogisch einzig richtigen Weg bezeichnet, auf welchem das Verständniß und die erste Uebung dieser Fertigkeit erworben werden soll, Gedanken und Worte in sichtbare Zeichen umzuwandeln. Lesen und Schreiben sind nur zwei Seiten desselben Unterrichtsgegenstandes. Nur die Art ihrer Uebung ist eine verschiedene. Anders verhält es sich mit dem Schönschreiben, das offenbar zu den Kunstfertigkeiten, zu den ästhetischen Aufgaben und Bildungsmitteln der Schule gehört, obwohl man auch in dieser Beziehung das Schreiben mit dem Lesen wohl vergleichen kann. Es wird nicht mit Unrecht auf eine schöne, oder doch auf eine gute Handschrift ein bedeutender Werth gelegt, wenn man auch hier und da wohl auch hierin etwas zu weit geht. Das geschriebene Wort soll wie das gesprochene jeden Laut klar, bestimmt und deutlich ausprägen, und wie die Reinheit des Tones, der Wohllaut des Organes, die metrische und symmetrische Hebung und Senkung der Stimme dem Ohre wohlthut, so soll auch die Schrift rein, symmetrisch und dem Auge wohlthuend erscheinen. Eine unschöne, ungleiche, undeutliche