Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 35)
- Language
- German
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31 und reicher die Beziehungen der Fremde zu seiner Heimath sind, um so mehr soll er mit derselben und mit diesen Beziehungen vertraut werden. Zu den wichtigsten und schwierigsten Unterrichtsgegenstünden der Schule gehören die neueren Sprachen, von denen bei uns die französische und englische gelehrt werden. Wir können beide wohl gemeinsam behandeln, da sie ohne Zweifel im wesentlichen auch eine gleiche Behandlung in der Schule erfordern. Es leuchtet ein, daß dieser Unterricht einen doppelten Zweck zu verfolgen hat: die Förderung der allgemeinen Bildung, für welche Sprachen eines der wichtigsten und wirksamsten Elemente bilden, und die Aneignung der Fertigkeit des Sprechens und Schreibens in der fremden Sprache, die für das geschäftliche und gesellschaftliche Leben unserer Zeit zu einem fast unabweisbaren Bedürfniß geworden ist. Die Schule muß nicht nur darauf Bedacht nehmen, beiden Anforderungen zu genügen und die eine nicht der andern zu opfern, sondern ihre Aufgabe ist es, beide gemeinsam zu lösen und jede von beiden durch die andre zu pflegen und zu fördern. Wir können auch hier nur das Material der zu erstrebenden Leistungen zusammenftellen ohne speziell auf die Methode des Unterrichts einzugehen, die zu diesem Ziele führen soll. Aber das Material ist in der That reichhaltig genug, um uns einige Zeit mit der Feststellung desselben zu beschäftigen. Der Schüler soll zuvörderst das Französische und Englische richtig lesen und gut aussprechen lernen; eine der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben der Schule, von der Niemand glauben wird, daß sie durch den ersten Leseunterricht erzielt werden kann, und die daher mit unausgesetzter Sorgfalt durch alle Stufen des Schulunterrichts verfolgt werden muß. Es ist der Stolz des Deutschen, sich die fremde Sprache, die er erlernt, mit völligem Eingehen in den Geist und ebenso auch in die lautliche Eigenthümlichkeit derselben anzueignen, um sich ihrer ganz wie der Eingeborne bedienen zu können. Aber man kann in dieser Richtung auch zu weit gehen, und man geht meiner Meinung nach zu weit, wenn man das Unerreichbare mit übermäßiger Kraftanstrengung zu erstreben nicht aufhört, oder wenn man