Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 32)
- Language
- German
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28 hätte, und so würde ich wieder handeln, wenn solche Zeiten wieder kämen. — Die Jungen sollen zu 15 und 16 Jahren keine Politiker und am wenigsten politische Kannengießer werden. Aber sie können und sollen wissen und fühlen, daß sie ein Vaterland haben und was sie ihm schuldig sind. — Und wenn sie dabei auch von Recht und Freiheit schwatzen, mehr als sie verstehen, so wollen wir es ihnen verzeihen, und nicht fürchten, daß sie das Vaterland Umstürzen, sondern hoffen, daß sie seine Freiheit und seine Ehre schützen helfen, wenn es wieder bedroht ist. Das sollen sie aus der Geschichte gelernt haben. Ich muß bei der Besprechung der Geographie da anfangen, wo ich bei der Geschichte geendigt habe. Denn die Geographie und eigentlich auch die Naturgeschichte muß damit beginnen, uns mit der Heimath vertraut und sie uns dadurch noch besonders lieb zu machen. Heimathkunde heißt die Einführung in die Erdkunde, die nach dem bekannten Lehrsätze der Pädagogik vom Nahen zum Fernen, vom Bekannten zum Unbekannten führt. Nicht mit der Weltkugel oder dem Planiglob, mit den Welttheilen und Weltmeeren, auch nicht mit den 4 Weltgegenden, die in's unendlich Weite führen, beginnt die Erdbeschreibung, sondern mit den Häusern, Straßen und Plätzen der Stadt oder des Dorfes und dann bald darüber hinaus in's Freie: Feld und Wald, Wiese und Moor, Fluß und See, Berg und Thal, Straßen und Wege, Brücken und Stege, Dörfer und Flecken rings umher müssen mit der Phantasie, mit dem lebendigen Auge, mit wandernden! Fuß durchmessen werden, bis das Gesammtbild dieser Heimath mit jeder Bergeshöhe und jeder Thurmspitze, mit jeder Senkung und jeder Steigung sich so fest der Phantasie einprägt, daß es unauslöschlich derselben eingezeichnet bleibt, wie weit den Knaben auch einstens dasGeschick und sein Wille von dieser Stätte entfernt. Dann mag man ihn weiter führen, und ihm entweder gleich das große Vaterland, das sich weit über die Berge und über den Lauf des endlos scheinenden Flusses ausdehnt, zur Heimath machen, oder ihn auf einem freilich nicht geringen Umwege dahin zurückführen, nachdem vlan ihm zuvor das Bild der Gesammtoberfläche der Erde in ihrer allgemeinsten Gliederung als große Wasser- und Land-Massen,