Mannheim
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  1. 1867-01-01 · 1867 · p. [Seite]

    Emla-nngsschrift zu der öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der israel. Gemeinde. Im Namen des Directors der Anstalt Dr. S. Stern. Inhalt: 1) Lessing und Mendelssohn. (Erster Abschnitt.) Von Dr. Jakob Auerbach. 2) Schulnachrich…

  2. 1867-01-01 · 1867 · p. [Seite]

    I Vorbemerkung. Durch eine von Herrn Director I)r. Stern bereits im October v. I. an nüch gerichtete freundliche Aufforderung wurde ich veranlaßt, nachfolgende Darstellung für unser diesjähriges Schulprogramm zu bestimmen und damit eine sch…

  3. 1867-01-01 · 1867 · p. [Seite]

    Die Namen Lessing und Mendelssohn stehen in der Geschichte des deutschen Geisteslebens neben einander. Nicht als ob Mendelssohn an Lessing hinanreiche und seinen Rang neben ihm behaupte. Wie viel er auch zur Erneuung der deutschen Bildung b…

  4. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 6

    6 daß er mit ihm gemeinschaftlich eine Schrift ausarbeitete, zeugt von dem bedeutenden Einflüsse, den er ihm gestattete und bereitwillig zuerkannte. Mehr aber noch erkennt man aus ihrem Briefwechsel, daß die innigste geistige Gemeinschaft z…

  5. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 7

    7 Mendelssohn zur Prüfung vorzulegen und sich dessen Bemerkungen zu Nutze zu machen. So lebendig aber auch — namentlich in den ersten Jahren ihrer schriftstellerischen Thätigkeit — der geistige Verkehr der beiden Männer war, so würde man si…

  6. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 8

    8 Männer sind es, die durch ihre rücksichtslose Kühnheit den geistigen Fortschritt fördern, die reinigend und neubelebend wirken und — weil sie vor keinem Resultate zurückschrecken — die Menschheit vor Erstarrung bewahren. Es bleibt aber do…

  7. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 9

    9 „einen Schritt von Wichtigkeit vorhabe", so dachte er dabei nur an die öffentliche Stellung, zu der jener ihn emporgehoben hatte und die er im Sinne desselben bewahren wollte. Lessing hingegen gestattete dem Freunde die freimüthigste pers…

  8. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 10

    …nde. Wird dieser gegenseitig geachtet und anerkannt, so ist die Versöhnung der Religionen für alle Zeit gefunden. * * * Gotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn lernten sich zu Anfänge des Jahres 1754 kennen*). Sie hatten damals bereits die erste Stufe der b…

  9. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 11

    11 Die Freundschaft, die sie damals schloffen, blieb ungeschwächt, bis der frühzeitige Tod Lessings sie trennte, dem wenige Jahre nachher auch Mendelssohn folgte, unmittelbar nachdem er noch seine letzte Kraft zusammengenommen hatte, um ein…

  10. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 12

    12 arme schwächliche Judenknabe, der es kaum wagen durste, sich auf einem Spielplätze der Christenkinder sehen zu lassen, hatte keinen Antheil an der größern Welt. Die Jugendgeschichte Lessings ist uns in den wesentlichen Punkten genau beka…

  11. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 13

    13 Hinweisung auf das Drama und an einer Vorübung, die seinen Geschmack an der bildenden Kunst erwecken konnte, fehlte es ihm nicht. (S. Danzel, G. E. L. I, 21.) l In seinem dreizehnten Lebensjahre (21. Juni 1741) trat der sorgfältig vorber…

  12. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 14

    14 Meißen, deren ganze Einrichtung darauf angelegt war, gründliche, methodisch geschulte Gelehrte, besonders Theologen heranzubilden, aber doch der freien Selbstthätigkeit der Zöglinge einen größeren Spielraum ließ. Von fester und sicherer …

  13. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 15

    Gottsched, der einst allmächtige Kunstrichter, und Lessing konnte das Treiben desselben, dem er selbst später mit unerbittlicher Schärfe entgegentrat, aus unmittelbarer Nähe kennen lernen. Dort hatte sich schon 1745 ein neuer Kreis gebildet…

  14. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 16

    16 wenn sie an die Gränzscheide zweier Zeiten gestellt sind, nicht ohne bedenkliche Krisen vor sich zu gehen. Je gesunder und kräftiger ihre individuelle Natur ist, desto eher wird eine derartige Krisis eintreten, desto leichter werden sie …

  15. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 17

    17 sog. anakreontischen Dichter, mochten sie auch in ihrem Privatcharakter von strenger« Grundsätzen geleitet werden, sich doch in jede Art der heitern Lebensanschauung versetzen zu müssen, um die naturgemäße Empfindung, die erst wieder in …

  16. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 18

    …t, und wenn seine Gesänge nichts als Religion und Tugend athmen." (Schr. III, 211.) Ein Jahr früher (20. Juli 1750) war Voltaire, nach langen Unterhandlungen vom Könige berufen, in Sanssouci erschienen; er nahm eine ganz andre Stellung ein, als sei…

  17. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 19

    …i es diejenige, welche uns das Laster angenehm macht." Mit letztern Worten nahm er aber den Uebergang, um eine auch von Voltaire, Diderot u. A. getadelte, sittenlose Schrift Lamettrie's, der Vorleser des Königs und Mitglied der Akademie war, mit al…

  18. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 20

    20 schienen die beiden ersten Bände von Lessings Schriften, der nun schon die Anerkennung als einer der besten deutschen Schriftsteller erlangte und durch seine siegreiche Polemik gegen Lange die Gegner zum Schweigen brachte. Mylius, mit de…

  19. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 21

    21 tiefer Wehmuth lesen können, so hat er uns doch damit das Bild seines Wachsthums gegeben. Nur an einen „faulen knorrichten Stamm" mögen wir dabei nicht denken. Der gesunde, schlanke Baum stand aus geräumigem Boden, wo ihn: reichliche Nah…

  20. 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 22

    22 Seine Erscheinung ist eine so außergewöhnliche, daß sic sich zunächst nur durch einen ganz außerordentlichen Bildungstrieb erklären läßt. Trotz der seltnen Aneignungsfähigkeit, die ihn auszeichnete, hätte er aber doch nicht emporkommen k…