Einladungsschrift zu der öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1867
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 19)
- Language
- German
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13 Hinweisung auf das Drama und an einer Vorübung, die seinen Geschmack an der bildenden Kunst erwecken konnte, fehlte es ihm nicht. (S. Danzel, G. E. L. I, 21.) l In seinem dreizehnten Lebensjahre (21. Juni 1741) trat der sorgfältig vorbereitete Knabe in die berühmte Fürstenschule zu welches nicht das geringste Stäubchen leide", so hätte dieses, wie Stahr (G. E. Lessing I, 13) bemerkt, „nach Inhalt und Form des Ausdrucks eben so wohl sein großer Sohn" schreiben können. Sie faßten das Verhältniß der Einzelforschungen zur allgemeinen Wissenschaft in gleicker Weise auf und verwendeten auf die Berichtigung der Jrrthümer eine streng gewissenhafte, scheinbar kleinliche Sorgfalt, ohne den Werth solcher mühsamen Leistungen irgendwie zu überschätzen. (S. d. Stelle der erwähnten Vorrede in Danzels Biographie G. E. Lessings I, 9. Anm.) Noch wichtiger ist eine gewisse Art von Geistesverwandtschaft, die sich — trotz der Verschiedenheit der Ueberzeugungen — in theologischer Hinsicht zeigt, und der Hinblick auf den Vater, der bei Lessings Forschungen im Gebiete der Kirchengeschichte nicht zu verkennen ist. Gottfried Lessing hob, so streng kirchlich er auch gesinnt war, doch den Grundsatz hervor, daß man bei Bekenntnißstreitigkeiten die wesentlichen Punkte von den unwesentlichen unterscheiden müsse, und daß es vor Allem auf die „Früchte" ankomme. (S. Danzel a. a. O. I, 11.) Einzelne Züge seines Bildes schwebten dem jugendlichen Dichter des „Freigeist" bei der Zeichnung des „Theophan" vor, wie denn das Lustspiel selbst darauf hinausgeht, daß man den Geistlichen nicht um seines Amtes willen als Heuchler betrachten, vielmehr auf seine Handlungen sehen solle, und daß andererseits der scheinbar freieste Denker von den verderblichsten Vorurtheilen geblendet sein könne. Indem er den Freigeist durch den Edelsinn des Geistlichen besiegen ließ und auf dem Gebiete der Tugend, an der man auch den wahrhaft freien Denker erkennen müßte, alle Mißverständnisse ausglich, hoffte er ein Stück zu liefern, das der Vater, trotz seines Eifers gegen die „Comödien", beifällig aufnehmen würde und das überhaupt auch die Theologen „nicht nur lesen, sondern auch loben" sollten. (Brief v. 28. April 1749, Schr. XII, 12.) Nach dem Tode des Vaters (22. August 1770) beabsichtigte der längst ruhmgekrönte Schriftsteller, mitten unter seinen Arbeiten in Wolfenbüttel, das Andenken desselben öffentlich zu ehren. Im vollen Bewußtsein seiner Kraft schrieb er am 7. Julius 1771 an die Mutter: „Es ist immer noch Zeit, der Welt zu seinem Lobe etwas zu sagen. Nur muß es eben nicht in einem gedruckten Lebenslaufe sein, wie er nach der Leichenpredigt abgelesen wird. Ich habe mir es fest vorgenommen, etwas aufzusetzen: aber es soll etwas sein, das man weiter als in Camenz, und länger als ein Halbjahr nach dem Begräbnisse liefet. Dazu aber brauche ich Zeit und Gesundheit, woran es mir leider itzt fehlet." (Schr. XII, 306. Vgl. a. 357, Anm. 1.) Daß er den Vorsatz nicht ausführte, ist den fortdauernden hinderlichen Umständen zuzuschreiben.