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Einladungsschrift zu der öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1867-01-01 · 1867 · p. Seite 18

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Journal
Einladungsschrift zu der öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1867
Date
1867-01-01
Page
Seite 18 (sequence 24)
Language
German
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IRI
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18 dürft hätten*). Ist dieses bei einem jungen Manne erklärlich, der ohne einen bestimmten Beruf in die große Stadt kam, so war es doch schon vorbedeutend für seine Zukunft. Im Mai 1751 schrieb er in Bezug auf Klopstock, der damals in Kopenhagen eine Ruhestätte gefunden hatte, und im Hinblicke auf die in Berlin begünstigten französischen Schriftsteller, die bittern Worte: „Er befindet sich ohne Zweifel in derjenigen glücklichen Ruhe, woran die Aufmerksamkeit der Welt Theil nimmt und welche allezeit die Mutter der ewigen Werke gewesen ist. Ein belohnter Dichter ist zu unfern Zeiten keine geringe Seltenheit. Diese Seltenheit wird noch weit größer, wenn der Dichter ein Deutscher ist, und wenn seine Gesänge nichts als Religion und Tugend athmen." (Schr. III, 211.) Ein Jahr früher (20. Juli 1750) war Voltaire, nach langen Unterhandlungen vom Könige berufen, in Sanssouci erschienen; er nahm eine ganz andre Stellung ein, als sein späterer Gegner, dem Deutschland die völlige Befreiung von der Herrschaft des französischen Geistes verdankt, auch in seinen besten Tagen erreichte oder nur beansprucht hätte. Wie übrigens die am Hofe Friedrichs des Großen herrschende freie französische Richtung vorbereitend wirkte und zugleich der entgegengesetzten deutsch-nationalen Bewegung einen desto mächtigern Anstoß gab, so wählte der zweiundzwanzigjährige Lessing alsbald seinen Standpunkt zwischen den bedeutenden Erscheinungen der französischen Literatur, die gerade damals eine gewaltige Umwälzung begannen, und zwischen den Auswüchsen gränzenloser Leichtfertigkeit, die von Frankreich aus die guten deutschen Sitten zu verderben drohten. Der junge Kritiker berichtete (im April 1751, Schr. III, 197 ff.) mit völlig gereiftem Urtheil über Rousseau's bekannte Preisschrist, welche die ganze Cultur in Frage stellte, und ebenso (im Juni, das. S. 224 ff.) über eine Schrift Diderot's. „Unser Verfasser", bemerkte er über diesen, „ist einer von den Weltweisen, welche sich mehr Mühe geben, Wolken zu machen, als sie zu zerstreuen. Ueberall, wo sie ihre Augen hin- *) In späterer Zeit war es für ihn fortwährend ein quälender Gedanke, daß er den Eltern, trotz der großen Opfer, die er ihnen brachte und die seine Verlegenheiten vermehrten, kein sorgenfreies Leben bereiten konnte.

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