Mannheim
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  1. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 77

    Ein von der jüdischen Wohlfahrtspflege bereits in allen Städten geleistete Hilfe zur Bekämpfung der Wohnungsmängel sind die Maßnahmen zur Ergänzung der Wohnungen durch Kindergärten, Tageshorte, Ferienkolonien, Landentsendungen usw. um die g…

  2. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 78

    delt, zur Unterbringung obdachloser Familien, wird damit allerdings der Rahmen der karitativen Aufgaben der Gemeinden und Wohlfahrtsstellen gesprengt, und der Weg zu einem großen Kolonisationswerk der jüdischen Großgemeinden beschritten. Di…

  3. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 79

    Für die dritte Form würde nur eine Vertretung der geldgebendcn Stellen in der Leitung der Genossenschaften erforderlich sein. Ob einer oder mehrere dieser Wege zu gehen sind, hängt von den örtlichen Verhältnissen ab. Die größte Verantwortun…

  4. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 80

    Die Erwerbslosen und wirtschaftlich Schwächsten sind zwar an keine bestimmte Aufenthaltsorte gebunden, sie haben aber draußen noch weniger Aussicht Erwerb zu finden, noch 6ind sie in der Lage, die Miete aufzubringen. Mit nachhaltiger Bekämp…

  5. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 81

    fahren, sei es von allgemeinen, staatlichen Anstalten als auch von privaten, charitativen Einrichtungen immer wieder die Forderung in Erscheinung, daß das Leiden noch einer Heilung zugänglich sein muß bzw. daß die Erwerbsfähigkeit wieder he…

  6. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 82

    Das führt uns zu der Annahme, daß das Vorhandensein von Gegenstoffen die neue Krankheit abwehrt, d. h. der Körper ist gegen die Infektion immun. Diese Immunität stammt entweder aus dem Mutterleib, d. h. sie ist angeboren, oder sie ist durch…

  7. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 83

    lassung einer Narbe. Erkrankt nach einiger Zeit z. B. ein anderes Geschwister in der Familie, so ist man erstaunt und entsetzt und fahndet an falscher Stelle nach dem Infektionsherd. — Es ist klar, welche große Bedeutung dieser tuberkulösen…

  8. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 84

    klären sie geradezu als „die Krankheit des Proletariats", d. h. schlechte Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse bilden die Hauptursache der Entstehung. Eine besonders interessante Untersuchung verdanken wir Wolff-Berlin, der nachweisen konnt…

  9. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 85

    besser, in Anlehnung an diese Erörterungen, den tuberkulösen oder tuberkulosegefährdeten Juden in sein Milieu, so zeichnen sich die Wege der Tuberkulosebekämpfung klar vor. Es galt bisher als Dogma bei den Juden, so etwas Aehnliches wie ein…

  10. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 86

    …esfällen 10,8 an Tbc. b. allg. Bevölkerung von 100 Todesfällen 7,4 bei Juden (Mitt. des Statist, Amts Amsterdam Nr. 31) Tunis 1894/1900 11 ,3^Ak) Tbc.-Sterbl. bei Arabern 5,1<V(X) Tbc.-Sterbl. b. Europäern 0,75i>/oo Tbc-Sterbl. bei Juden Tunis 1…

  11. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 87

    denstcn Seiten beleuchten und die teilweise bis zu den entgegengesetzten Anschauungen kommen. So spricht J. Koralnik auf Grund seiner Erhebungen im Osten, „daß man auch bei nur gleicher Tuberkulosesterblichkeit bei Juden und Nichtjuden gera…

  12. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 88

    völkerung. Er weist auf Grund der Erhebungen in Budapest z. B. nach, daß die Sterblichkeit bei den Juden relativ schon 1924/25 wieder wesentlich geringer war. Legt man die Sterblichkeit 1914 beiderseits als gleich hoch fest, so ergaben sich…

  13. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 89

    geregelten Dienst. Ganz besonders lehrreich sind die gewonnenen Angaben bei den nach Distrikten aufgeteilten Zahlen. In dem wohlhabenden IV. und VIII. Distrikt betrug die Sterblichkeit bei Juden an Tuberkulose im Jahre 1917 42,9, in dem ärm…

  14. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 90

    ten. Ohne auf Einzelheiten einzugehen mag doch skizziert werden, inwiefern der jüdische Tuberkulöse und das Milieu dieses jüdischen Kranken Besonderheiten aufweist, die zu kennen von Wichtigkeit sind. Eine besondere Betonung der Notwendigke…

  15. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 91

    Die Sorge um die Gesundheit oder anders ausgedrückt, die Angst vor Krankheit und Tod haben bei den Juden eine Arztbedürftigkeit in hohem Grade geschaffen. Diesem hohen Wert steht höchstens der Nachteil des Zuviel insofern entgegen, als der …

  16. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 92

    einen Fürsorgearzt im Außendienst, d. h. der die Wohnungen aufsucht und nicht wartet, bis der Kranke zur Fürsorgestelle kommt. 3. Kontrollmäßige Verpflichtung aller Unterstützten zu fortlaufender Untersuchung und Behandlung, wo diese notwen…

  17. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 93

    Probleme palästinensischer Wohlfahrtspflege Von Helene Hanna Thon, Jerusalem. Es ist unmöglich, die Bestrebungen zur Wohlfahrtspflege, die sieh heute in Palästina finden, im gleichen Sinne wie die anderen Länder als eine Einheit zu behandel…

  18. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 94

    beitslose usw.) sind also ausgesprochen Institutionen der genossenschaftlichen und gewerkschaftlichen Selbsthilfe und unterscheiden sich nur dadurch von ähnlichen Institutionen anderer Länder, daß sie zu einem großen Teile von der zionistis…

  19. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 95

    sie nicht durch andere Aufgaben, auf die wir noch zurückkommen werden, über Gebühr belastet wäre. Anders als in den Arbeitersiedlungen liegen die Verhältnisse in den Pflanzcrkolonien. Hier leben Leute aus bürgerlichen Kreisen, die zum große…

  20. 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 96

    …ten betroffenen Orten eine planvolle Wohlfahrtspflege zu schaffen. Wieder anders liegen die Verhältnisse in den Städten Tiberias, Saffed und Hebron. Hier lebt eine von der Chalukah ins Land verpflanzte, alteingesessene Bevölkerung, deren Lebenshalt…