Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 2 (März-April 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 77 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein von der jüdischen Wohlfahrtspflege bereits in allen Städten geleistete Hilfe zur Bekämpfung der Wohnungsmängel sind die Maßnahmen zur Ergänzung der Wohnungen durch Kindergärten, Tageshorte, Ferienkolonien, Landentsendungen usw. um die gefährdeten Kinder wenigstens zeitweise den engen Wohnräumen zu entziehen. Die Verteilung der in den Tageshorten untergebrachten und zur Erholung ausgesandten Kinder war in Köln folgende: Es wohnten a) in S t a d t t e i 1 Straßen in. starker jüd. Bevölkerung Altstadt Neustadt a C T3 Z> m b) in den übrigen Nord Mitte Süd Mord Mitte Süd QJ *o £ N Q* Straßen a Ii a h c J tä 3 Cß £ In Tageshorten untergebrachte ■vorschulpflicWtige, meist kranke Kinder .... in "/o 2,7 50 15 7 9 1,3 9 — — 2 2 1,3 Zur Erholung ausgesandte, körperlich schwache Schulkinder in % 0,4;ir>,2 11,2 7 7,5 3,7 14,7 8,2 0.7 3,0 3,5 1.8 Wo nicht die Möglichkeit besteht, wie in Köln die Kinderhorte, in Verbindung mit Gärten, außerhalb der Stadt anzulegen — die Kinder werden in Sonderstraßenbahnwagen hinaus- und hereingebracht —- könnte man auf geeigneten großen und hohen Häusern vielleicht Dachspielplätze im Stadtinncrn anlegen, um so die kleinen Kinder von der Straße und aus den engen Höfen zu ziehen. Für die Betätigung der älteren Jugend sind Beihilfen für Schrebergärten und Spielplätze dringend erwünscht, um die Nachteile der Wohnungen, soweit möglich, auszugleichen. Weitere Mittel der ergänzenden Wohnungspflegc sind: Heime für Ledige, alte Leute, Jugendliche, Toynbeehallen, Vereinshäuser, Obdachlosenasyle, wie sie mehr oder weniger in allen Großstädten von der jüdischen Wohlfahrtspflege unterhalten werden. Durch all diese Mittel werden die Wohnungen selbst nicht größer und nicht besser und man kommt zwangsläufig zu der Forderung, die jüdische Bevölkerung der dichtestbesiedelten Gebiete an den Dezentralisationsbestrebungen der Städte teilnehmen zu lassen, durch Schaffung neuer Wohnungen im Außengcbict. Da es sich nicht nur um den Bau von Notwohnungen han- 77