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  1. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 37

    - 37 - 1. Die Armen bestehen aus dem „Schnorrer," der „gelegentlich" arbeitenden Classe und der arbeitenden Ciasse, die durch den Niedergang des Gewerbes derart herabgekommen ist, dass sie auf feinere Art die Wohlthätigkeit in Anspruch nehm…

  2. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 38

    — 38 — \ * Im Schneidergewerbe sind die Arbeitgeber zumeist Männer, die sich aus den arbeitenden Classen emporgeschwungen haben. Die Fähigkeit, Arbeitgeber im kleinen Massstabe zu werden, ist den Juden eigen, aber da fragt es sich, ob diese…

  3. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 39

    - 39 - Jacques Bahar (Paris): Hochgeehrte Versammlung! Yor wenigen Stunden erst mit der unerwarteten Aufgabe betraut, über unsere algerischen Brüder zu berichten, habe ich nicht geglaubt, mich dieser Pflicht entziehen zu dürfen, umso wenige…

  4. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 40

    Mitwirkung der Juden eine Versicherung gegen die Wiederkehr der kaiserlichen Macht. So giengen auch lange Jahre Juden und Christen Hand in Hand, was leider in allen Ländern und zu allen Zeiten als der untrüglichste Yorbote des Haders angese…

  5. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 41

    41 Dieselbe ist die noch ungeschriebene politische Geschichte der Milchzähne der algerischen Juden. Jetzt kommen neue Wahlen, und sind die letzten Krawalle in Algerien auf die für Cambon nothwendige Demoralisierung der Juden hin geplant* Di…

  6. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 42

    — 42 — > dem Sultan unternehmen und die öffentliche Meinung Europas für die Schaffung einer gesicherten Heimstätte in Palästina interessieren. Sie wollen je eher, je lieber das Land verlassen, in dem man sie mit scheelen Äugen, gleichsam al…

  7. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 43

    …rten und den anderen das Leben sauer machten,, wie es die bekannten wüsten Scenen in Berlad, Baeau, Bucarest, Darabani, Galatz (zum zweiten Male), Cahul und Ismail (dazumal rumänisch) bewiesen. Seitdem fanden einige Rumänen Gefallen an diesen Het…

  8. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 44

    gleichstellen würden, und zwar aus ökonomischen Gründen! Sie lassen daher den Juden freie Ausübung ihrer Religion und ihres C u 11 u s, hindern sie aber, sich ihre Existenz nach ihren Fähigkeiten verschaffen zu können. Die Rumänen wollen de…

  9. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 45

    in die Handwerker- und Militärschulen werden überhaupt keine Juden aufgenommen, ein Stipendium wird nie einem jüdischen Kinde verliehen etc. Was sollen nun alP die hunderte, ja tausende von Familien thun? Was sollen unsere jungen Leute thun…

  10. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 46

    Nachmittags-Sitzung. Präsident: Das Wort hat Herr Dr. Mintz zur Berichterstattung über die Lage der Juden in Oesterreich: Dr. Alexander Mintz (Wien): Hochgeehrte Versammlung! Mir ist die Aufgabe zugefallen, über die Lage der Juden in Oester…

  11. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 47

    Als gesetzlich anerkannte Religionsgesellschaft sind die Juden im Vergleiche mit anderen nicht anerkannten Confessionen ~ durch Torrechte ausgezeichnet: im wesentlichen durch das Privileg der Stellung mit den anderen Bürgern. Es bedarf nich…

  12. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 48

    I — 48 — ♦ ■ Kirche hinweg und er hat sich nicht gescheut, diese Selbständigkeit seiner Auffassung gegenüber den höchsten Autoritäten aufrecht zu erhalten. Dessen ungeachtet ist er siegreich geblieben; allein indem ich neuerlich dieses selt…

  13. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 49

    49 In einer Hinsicht sind wir in sämmtliehen Provinzen Oesterreichs ganz gleich behandelt worden; man hat uns überall geschmäht, verhöhnt, besudelt, man hat uns nirgends einen Schimpf erspart. Kein Tag vergeht, ja keine Stunde, dass man uns…

  14. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 50

    — 50 Es ist unsere Persönlichkeit, die er in die Grosse schleift und es ist unsere innerste, angeborene Natur, die er mit Füssen tritt. Er verdächtigt unsere Gefühle, ermissdeutet unsere Worte, er dichtet uns Verbrechen an und entkleidet un…

  15. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 51

    - 51 — Mit unserer politischen Vereinsamung hängt natürlich auch der Rückgang unseres Einflusses in den Yertretungskörpern zusammen. Der Procentsatz der jüdischen Abgeordneten und sonstigen jüdischen Functionäre hat auch früher nicht der nu…

  16. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 52

    { - 52 - Ueberall und allenthalben organisiert sich die Geselligkeit, der Sport auf nationaler, will sagen judenreiner Basis. Die Turn-, die Badfahr-, die Gesangskunst christianisiert sich mit pedantischer Gründlichkeit. Der zwanglos-gemüth…

  17. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 53

    wird der Boycott anempfohlen: „Kauft nichts bei Juden!" Dieser Ruf hat sich yon Wien aus über ganz Oesterreich fortgepflanzt und iron seiner Wirkung wissen tausende der ärmsten jüdischen Geschäftsleute zu berichten. Und hier ist es namentli…

  18. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 54

    ' — 54 Gefühlen der Anderen verträgt. Die Unbill, die man uns im Namen des Gesetzes zufügt, sie ist nicht weniger, ja sie ist vielleicht noch mehr geeignet, den zionistischen Gedanken wachzurufen, als die antisemitischen Gewalttätigkeiten, …

  19. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 55

    Nun, die Juden Oesterreichs bedürfen keines Dankes, um sich zu opfern und dies gereicht ihnen nur zur Ehre. Allein sie drängen ihre Dienste auf, sie buhlen um die Gunst ihrer Peiniger, sie werfen sich an ihre ärgsten Feinde weg — und da, ja…

  20. 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 56

    …Glut unserer gequälten Herzen —- zur Stätte, welche Zion heisst! (Lebhafter Beifall.) Präsident: Ich ertheile Herrn Dr. Mayer Ebner das Wort zu seinem Vortrage über die Lage der Juden in der Bukowina: Dr. Mayer Ebner (Czernowitz): Man nennt die Bukowi…