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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 40

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 40 (sequence 42)
Language
German, English, Hebrew
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Mitwirkung der Juden eine Versicherung gegen die Wiederkehr der kaiserlichen Macht. So giengen auch lange Jahre Juden und Christen Hand in Hand, was leider in allen Ländern und zu allen Zeiten als der untrüglichste Yorbote des Haders angesehen werden kann. Denn die im Anfang opponierende republikanische Partei kam schliesslich ans Ruder und die treuen Juden folgten hammelmässig nach. Die Christen aber waren unterwegs geblieben und hatten sieb der inzwischen entstandenen radicalen Oppositionspartei angereiht. Nun dürfen wir nicht vergessen, dass alle französischen aussereuropäischen Besitzungen weiter nichts als Beamten-Colonien sind und, da doch nur derjenige zum Beamten ernannt wird und als solcher Avancement bekommt, der mit der Regierung auf gutem Fusse steht und die Juden ja durch die von ihnen gewählten Deputierten die Lieblingskinder der Regierung geworden waren, so kam es schliesslich, dass sie über die Aemter, folglich über die eingewanderten und eingeborenen Franzosen selbst zu herrschen lernen. "Wer zur Macht ohne Tugend emporgestiegen, kann sie ja missbrauchen und schliesslich einbüssen. Erst wurden die Juden geneckt und dann verhasst. Man warf ihnen Geldgier vor. Die jüngere Generation fühlte sich gedemüthigt und wendete dem Handel den Rücken zu: Wollen wir von den Christen geächtet werden, somüssen wir ihnen ähnlich werden. Und da die Christen doch nur Beamten sind, was th^ten unsere unoolitischen Brüder? Sie benützten ihren Einfluss, um Beamten X / zu werden. Sie gössen Oel ins Feuer, das umso höher aufloderte, als ja die Christen die Concurrenz nicht mehr bestehen konnten. Der Araber, der von allen Beamten bis auf die letzten Pfennige ausgepresst wird, lief schnurstraks zum Juden, der seine Sprache wunderbar beherrschte und mit dem er doch wenigstens handeln und bei dem er doch zuweilen Recht bekommen konnte* Bis 1890 lagen die Statthalter Algeriens in den Händen der Deputierten, die selbst auf die Juden angewiesen waren, Allein um diese Zeit kam der heutige Statthalter, Cambon, der die Alleinherrschaft anstrebte. Er musste zuerst die Deputierten beseitigen und sie durch seine Leute ersetzen, obwohl die nunmehr von ihm Angefeindeten die Regierung, welcher Cambon sein Amt verdankte, unterstützten. Er konnte sie also mit politischen Waffen doch unmöglich antasten, ohne die Regierung und sich selbst bioszustellen. Er umschrieb die Schwierigkeit, indem er einen Feldzug der niederträchtigsten Verleumdungen nicht gegen sie, sondern gegen ihre mächtigsten Anhänger eröffnete, dazu noch ohne Ursache. Durch subventionierte falsche Beschuldigungen Hess er sie verhaften und verurtheilen, Zugleich gieng es auf die Juden los und, da inzwischen .die Wahlen kamen, so eroberte Cambon die ersehnte Alleinherrschaft, die er heute noch besitzt.

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