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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 42

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 42 (sequence 44)
Language
German, English, Hebrew
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— 42 — > dem Sultan unternehmen und die öffentliche Meinung Europas für die Schaffung einer gesicherten Heimstätte in Palästina interessieren. Sie wollen je eher, je lieber das Land verlassen, in dem man sie mit scheelen Äugen, gleichsam als Eindringlinge, ansieht und ihnen vorwirft, dass sie der indigenen Bevölkerung das Brod vom Munde nehmen. Die Lage der Juden in Rumänien ist ganz verschieden von der in den anderen Ländern* Seit Jahrhunderten in der Moldau und der Walachei etabliert, hatten die Juden ebenso ihre Gemeindevorsteher, Rabbiner, Wohlthätigkeitsanstalten, Taxen etc. von den Autoritäten anerkannt und erfreuten sich eines relativ guten Fortkommens* <■ Im zweiten Viertel dieses Jahrhunderts trat Kaiser Nicolaus L auf den Plan* Da wurde manches anders. Weil der Kaiser besorgte, dass sich die Juden in Russland dem Militärdienste entziehen würden, entriss er Judenkinder im zarten Alter ihren Eltern und schickte sie zu den donischen Kosaken, wo sie zum Kanonent. > . ■ i „ " futteiv für die Kriege mit den Türken erzogen wurden. Diese Massregei veranlasste unsere jüdischen Glaubensgenossen, in hellen Haufen den Pruth zu überschreiten, um auf moldauischem Boden,, meist unter verändertem Namen, ein neues Leben zu beginnen. Da es eben nicht Angehörige besserer ITamilien waren, kamen sie, beinahe aller Mittel und Kenntnisse haar, in diese dazumal unwirtlichen Gegenden — auf den Gott Israels vertrauend. Manchmal gelang es dem Vater, mit dem Kinde zusammen herüberzukommen; oft kam nur der eine oder der andere in der ersten besten Station diesseits des Pruth an, wo bereits Leidensgenossen vorhanden waren, die sich der# Flüchtlinge annahmen. Die Jungen kamtn vom Regen in die. Traufe! Doch sie konnten Juden bleiben, sie brauchten nicht den Sabbath zu entweihen, nicht unkoschere Speisen zü gemessen — und das war der eigentliche Zweck, den ihre Eltern vorhatten!! Diese Kinder kamen je nach ihrem Alter in Verwendung, die kleinsten in's Cheder, wo sie hebräisch lesen und beten lernten; die älteren und erwachsenen, je nach ihren physischen und geistigen Fähigkeiten, zu den Dorfjuden als Aushilfe beim Ausschank etc, in den Städten in die verschiedensten Dienstesbranchen als Hausdiener, Ladencommis und Handwerker (meistens Schuster, Schneider > Tischler, Spengler, Anstreicher, Goldarbeiter, Uhrmacher; weniger Schlosser, Schmiede, Drechsler). . Auch aus Galizien und der Bukowina kamen viele arme Juden und solche besseren Standes, Lehrer der hebräischen und deutschen Sprache, die überall gern gesehen und gesucht, sogar geachtet waren* Beinahe alle älteren Leute, die keine öffentliche Schule ,.v 7 besuchten, haben ihr bischen Wissen diesen Männern zu verdanken. Auch Buchhalter und Correspondenten fanden in den / grösseren Geschäftshäusern gute Postert 4 ...

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