Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 47)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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in die Handwerker- und Militärschulen werden überhaupt keine Juden aufgenommen, ein Stipendium wird nie einem jüdischen Kinde verliehen etc. Was sollen nun alP die hunderte, ja tausende von Familien thun? Was sollen unsere jungen Leute thun, die ihre Studien — mit gutem Erfolge —- beendigten, und weder Advocaten, noch Ingenieure, weder Apotheker, noch Lehrer, weder Beamte, noch Offieiere werden können? Was soll aus den gewesenen Dorfbewohnern werden, die von Ort zu Ort wandern — den jüdischen Gemeinden und sich selbst zur Last! Es gibt nur Eine Antwort: Fort müssen die Juden aus Rumänien! Natürlich nicht alle und nicht mit einemmale, aber langsam^ stetig, nach und nach! Und ebenso, wie es an 70 Jahre gedauert, bis das Gros der Jaden aus Galizien und Russland das Land oceupierte, wird es einige Jahrzehnte dauern, bis sie das Land wieder verlassen haben. Man muss nur den Abzugscanal anlegen; die Fluthen, einmal in Bewegung, werden schon ihren Weg finden. Die Illusionen, die sich einige Bevorzugte machen, um die Gleichberechtigung zu erlangen, werden wie Seifenblasen platzen: ebenso wird es der jüngeren Generation ergehen, die ihrer Militärpflicht Genüge geleistet und sich demselbeu Wahne hingibt! Unsere Lage ist daher bemitleidenswerter als anderswo; dennoch werden sie von den Stammesgenossen in anderen Ländern vernachlässigt. Nie ist ihnen bisnun irgend eine Unterstützung oder Aushilfe wie den Juden anderer Länder, die von ihren Regierungen nicht als Fremde betrachtet werden, zutheil geworden. Und doch sind die rumänischen Juden besser als ihr Ruf und verdienen ein besseres Los. (Lebhafter Beifall.) Präsident: Das Wort hat Herr Rubinstein: Rubinstein (London, spricht englisch). Präsident: Herr Rubinstein meint, dass die Referate nicht mehr in solchem Umfange vorgelesen werden sollten, damit man mehr auf die Discussion der einzelnen Punkte eingehen könnte. Ich glaube aber, es wäre eine Verkürzung der andern Herren, wenn wir dies beschliessen würden. Es wird sich ein Ausweg finden lassen, wenn wir die Herren bitten, sich möglichst kurz über die wichtigsten Punkte auszusprechen. Wir werden hoffentlich heute noch ein grosses Stück Arbeit zurücklegen können. Die Eeferenten werden die Mittagszeit zu einer Kürzung ihrer Eeferate benützen. Ich unterbreche die Verhandlungen bis 3 Uhr.