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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 44

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Language
German, English, Hebrew
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gleichstellen würden, und zwar aus ökonomischen Gründen! Sie lassen daher den Juden freie Ausübung ihrer Religion und ihres C u 11 u s, hindern sie aber, sich ihre Existenz nach ihren Fähigkeiten verschaffen zu können. Die Rumänen wollen den Berliner Vertrag auf sich nicht angewendet wissen, wie z. B. Serbien und Bulgarien es thaten — weil eben Rumänien behauptet, die Juden hierzulande wären Fremde! Und nach diesen Auseinandersetzungen hatte Minister Sturdza von seinem Standpunkte recht, dass der „Judenstaat" die einzige richtige Lösung der Judenfrage sei, besonders für Rumänien. Das Volk ist im grossen und ganzen nicht gegen die Juden, weder die hohe und niedere Geistlichkeit, noch der Bauer (Ausnahmen abgerechnet) — aber die oberen Zehntausend fürchten, dass die Juden durch ihre Intelligenz, ihren Handel, ihre Industrie, Alles an sich reissen würden* Auch die studierende Jugend ist gegen die Gleichberechtigung, und die Beamtenwelt, aus leicht zu errathenden Gründen. Die Armenier und die Zigeuner, die en masse emancipiert wurden, sind alle in der rumänischen Nation aufgegangen, indem sie sich vollständig assimilierten, was bei den Juden nie der Fall sein wiid! Rechnen wir, hochgeschätzt, die Hälfte der Juden, die gut gestellt sind und ihre Existenz haben. Was geschieht mit der anderen Hälfte, deren Existenz nicht gesichert oder in Gefahr von heut' auf morgen ist, und die wahrhaftig1 nicht weiss, wie ihren Familien das tägliche Brod zu verschaffen? Es sind darunter alle Berufsclassen vertreten, Arbeiter, Kaufleute, Handwerker, Gelehrte. In den letzten Decennien sind viele Familien, die sich redlich ernährten, an den Bettelstab gebracht; viele, die in den Dörfern wohnten, von Haus und Hof vertrieben worden. Bitterste Armuth zog dort ein, wo früher Wohlstand herrschte. Air dieses geschieht im Namen des Gesetzes, wie es in der talmudischen Legende so schön heisst, dass die Frommen nicht sterben, sondern der Todesengel ihnen die Seele küssend entführt! So darf kein Jude Hausierer sein, er darf weder Tabak nocli Zündhölzchen verkaufen, er darf weder Advocat noch Apotheker oder Officier sein, kein öffentliches Amt ausüben, d. h* der Jude darf weder Richter noch Gemeindebeamter, weder Polizeinoch Zollbeamter, weder Post-, Telegraphen- oder Telephonbeamter, noch Eisenbahn- oder Bankbeamter, weder Staats-, noch Stadtingenieur, weder Professor, noch Lehrer an irgend einer öffentlichen Staats- oder Gemeindeschule, weder Arzt in einem öffentlichen Spitale, noch Getreide- oder Schiffsmakler, etc* sein — ja, nicht einmal Strassenkehrer! Die öffentlichen Spitäler sind dem jüdischen Kranken verschlossen (ausser wenn er eine Empfehlung hat), die Primarschulen den jüdischen Kindern, sogar gegen Taxe (ausser „wenn PlaU ist'4),

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