Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 39)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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- 37 - 1. Die Armen bestehen aus dem „Schnorrer," der „gelegentlich" arbeitenden Classe und der arbeitenden Ciasse, die durch den Niedergang des Gewerbes derart herabgekommen ist, dass sie auf feinere Art die Wohlthätigkeit in Anspruch nehmen muss. 2. Die Mittelklasse ist der rührigste Körper, welcher beständig neuenv Zuwachs von den unteren Classen erfährt. 3. Die Wohlhabenden bilden einen schönen Percentsatz und bedeuten die tbere Mittel - classe. 4. Die Reichen remitieren sich aus Leuten, die ein Jahreshinkommen von 1000 Pfund Sterling haben und aufwärts zu den Millionären. - Eine andere Abtheilung der jüdischen Bevölkerung kann etwas genauer festgestellt werden, und zwar: 1. die Arbeiterclassen, 2. die Arbeitgeber, 3. die Berufsclassen, 4. die Handelsciasse. ad 1. Männer und Weiber, Knaben und Mädchen arbeiten. Drei Viertel der jüdischen Bevölkerung befassen sich mit Handwerken als: Schneiderei, Pantoffel-, Stiefel^ und Schuhmacherei, Mantelerzeugung und hauptsächlich Cigaretten- und Cigarrenarbeit. — Die zweite Classe der vofi Juden betriebenen Gewerbe ist: Buchdruck, Pelzarbeit und Tischlerei. ■— Die dritte Classe: Friseure, Uhimacher, Gold- und Silberarbeiter, Juweliere. — Die vierte €lasse: Decorationen, Zinngiesser, Gasinstallateure, Schmiede, Wagenbauer und Spengler. Die Durchschnittstöhne sind angemessen* Unter Männern und Frauen bestehen Trade-Unions, die aber beständig ab-und zunehmen: Gegenwärtig wird um den achtstündigen Arbeitstag gestritten, jedoch wird dies nicht so ernst genommen, vielmehr handelt es sich um die Erzielung höherer Löhne und gesunder Werkstätten. Die Statistik der Trade-Unions ist insofern interessant, als sie nachweist, dass die Juden im weitesten Sinne Arbeiter sind* Die Schwäche des Arbeiters bestand bis;nun darin, dass er zu blind gewissen Führern folgte, wodurch zu seinem Nachtheile ein Gegensatz entstanden ist. Im Schneidergewerbe jedoch ist dies ^in überwundener Standpunkt, denn Meister und Gesellen sind zu gegenseitigem Besten vereinigt; die Gesellen müssen wohl „schwitzen", -aber nicht so wie in nichtjüdischen Kreisen. ad 2. In manchen Gewerben -fcdnd die Meister vereint, was <len Zweck hat, sich gegen die Gehilfen, wie au6h durch gegen; zeitige Stütze gegen die strenge Vei folgung seitens dei* Regierungsbeamten zu Schützen, welche eine stricte Beobachtung der Fabriksgesetze erzwingen wollen. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die strenge Geltendmachung dieser obrigkeitlichen Gesetze den kleinen Fabrikanten zugrunde richten wird, da die Baukosten der gesetzlich vorgeschriebenen sanitären Werkstätten in einem Miss Verhäl tnisse zu dem investierten Capital stehen.