Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 45)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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- Cahul 1× ep/1738666
- Galați 1× ep/1002400
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( — 43 — Der Friede von Paris brachte den Donaufürstenthümern einen grossen Aufschwung im Handel und Verkehr. Es kamen nun auch bessere Familien aus Galizien, und zwar zuerst die Männer mit regelrechten Pässen, dann in einigen Jahren deren Frauen und Kinder; die früher erwähnten waren meist ohne Pässe angelangt und hatten unter Aenderung ihrer Namen S c h u t z p a t e n t e verschiedener Consulate erlangt, vorzüglich österreichische, preussische, holländische, französische, türkische, ja sogar griechische! Unter Fürst Cuza brachten es die Juden sowohl in den Dörfern als auch in den Städten durch Handel zu einem gewissen Wohlstande, ohne indes Reichthümer zu erwerben, wie man oft glauben machen/will. Während die Juden nach Süden auswanderten, drangen die Griechen und Bulgaren von der entgegengesetzten Richtung vor, indem sie zuerst die Städte und Ortschaften an der Donau und dann die ganze Walachei occupiertei). Es darf also unseren Glaubensgenossen in dieser Hinsicht kein Vorwurf gemacht werden. Umgekehrt, während die Juden im Lande stets ein Element des Friedens und des Gehorsams gegen die Behörden bildeten, gerierten sich die Griechen als die Herren im Lande und sahen ungern die Fortschritte der Juden im Händel und Wandel. 1859 eröffneten sie auch den Reigen mit der grossen Judenhetze in Galatz, nach dem beliebten Eecepte vom Blutmär cht n vor Ostern. Die Rumänen, die sonst im besten Einvernehmen mit den Juden lebten, wurden schliesslich auch gläubige Jünger der Griechen und es bedurfte nur einiger Hetzer, um aus einem nichtigen Vorwande in kurzer Zeit Schlägereien hervorzurufen, die in Plünderung und Schändung ausarteten, viele Familien ruinierten und den anderen das Leben sauer machten,, wie es die bekannten wüsten Scenen in Berlad, Baeau, Bucarest, Darabani, Galatz (zum zweiten Male), Cahul und Ismail (dazumal rumänisch) bewiesen. Seitdem fanden einige Rumänen Gefallen an diesen Hetzen und man gewöhnte sich bald, die Juden als Sündenbock zu betrachten* Es bewährte sich auch hier der alte talmudische Satz: kol hamezor le-Isroel naasse rosch, „wer Israel bedrängt, wird Parteiführer!" und so mancher rumänische Staatsmann ist dadurch zu Amt und Ehren gekommen; aber auch die Judenfrage kam recht in Fluss, und einmal in diesem Fahrwasser, begann die Leidensperiode* Gesetze und Restrictionen wurden und werden seitdem geschmiedet, um uns den Aufenthalt im Lande zu verleiden. Ob und wieweit die Rumänen Recht haben, gehört nicht hierher. Jeder ist Herrin s e i n e m Hause! Es ist überhaupt seit dem Berliner Vertrage nicht mehr von Juden, sondern immer von Fremden die Rede. Die Rumänen fürchten, es könnte im Laufe einiger Generationen ihre Nationalität gefährdet werden, falls sie en masse die Juden, die sie alle als Fremde betrachten, mit den anderen Bürgern