Mannheim
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  1. 1862-01-01 · Heft 1 · page 222

    Palermo ist die Hauptstadt von Sicilien; es finden sich hieran 850 jüdische Familien, alle in einer Straße, welche im besten Theile der Stadt gelegen ist, wohnend. Sie sind Handwerker, als- Kupfer- und Eisenschmiede, Lastträger und Bauern; …

  2. 1862-01-01 · Heft 1 · page 223

    227 treten wollen, umgeben und daselbst befindet sich ein herrlicher Brunnen. An der vierten Seite der Synagoge ist der Eingang angebracht; sie ist in Quadratform gebaut, 40 Arme lang und 40 Arme breit. An der östlichen Seite sieht man ein …

  3. 1862-01-01 · Heft 1 · page 224

    228 Jemand' stirbt, so bringt man dessen Sarg in das Vorgebäude der Synagoge, und die Chasanim stimmen da Klagelieder über Denßbkbm an; wenn der Hingeschiedene ein bedeutender Mann und besonders ein Gelehrter war, so bringt man den Sarg in …

  4. 1862-01-01 · Heft 1 · page 225

    229 tam eigentlich nach Palermo, um von da nach Syracus, welches an der Gränze Siciliens ist, zu gehen, denn ich hörte, daß um diese Zeit die venetianischen Schiffe, die nach Beiruth, das nahe zu Jerusalem ist, gehen, daselbst ankommen. Die…

  5. 1862-01-01 · Heft 1 · page 226

    …tadt ist sehr schön und hat eine starke Festung. Es sind hier an 400 jüdische Familien, die ruhig in einer eigenen Straße leben; sie sind reicher als die in Palermo, und fast Alle sind Handwerker; doch giebt es auch einige Kaufleute unter ihnen. S…

  6. 1862-01-01 · Heft 1 · page 227

    231 hatten durch vier Tage günstigen Wind; am vierten Tage gegen Abend winden wir durch einen Sturm zurückgeworfen, und konnten der Wuth der Wellen nur in einem kleinen natürlichen Hafen im Gebirge, wohin wir geworfen wurden, entkommen; die…

  7. 1862-01-01 · Heft 1 · page 228

    232 den Patron in Schrecken, da wir keinen Wind hatten; sonst M günstigem Winde hat die Galliasie keine Furcht vor einer Menge anderer Schiffe, und es giebt kein sichereres Fahrzeug als dieses. Der Patron wendete daher sein Augenmerk nach e…

  8. 1862-01-01 · Heft 1 · page 229

    __233 wirrung brachte, so daß sie auf einmal zu fliehen begannen, und sich unter einander nieder machten. Dieses Wunders wegen bauete der Großmeister auf diesem Orte eine Kirche und gab den Juden ein anderes Gebäude dafür; bei meiner Anwese…

  9. 1862-01-01 · Heft 1 · page 230

    …ein kleines Schiff von 200 Tonnen, Conserva genannt, welches der Patron kaufte und es mit Weizen belud, um denselben in Alexandrien zu verkaufen. Der Emir, das ist der Stadthalter des Königs von Aegypten, der seinen Sitz in Alexandrien hatte, lie…

  10. 1862-01-01 · Heft 1 · page 231

    235 lein Vertrauen in ihn setzte, nicht erlauben, daß das Schiff nach Alexandrien komme, und so blieben wir Juden auf diesem Schiffe -ungefähr einen Bogenschuß weit von der Galiaffe entfernt. Es verstrich eine geraume Zeit und die Boten war…

  11. 1862-01-01 · Heft 1 · page 232

    236 Alexandrien, da wir keine Esel für 18 Meilen Wegs finden konnten; wir kamen nach Alexandrien am 14. Schebat müde und matt» Hier hatte Gott das Gemüth eines reichen und sehr angesehenen Mannes, der selbst von den Arabem sehr geliebt wird…

  12. 1862-01-01 · Heft 1 · page 233

    237 men, die herbeigeschafft werden , riecht; diese Blumen sind . die Dudaim, die Raschi mit Jasmin in arabischer Sprache giebt; es ist dies ein Gewächs, das nur Blüthen trägt, die außerordentlich gut riechen -und aufregend sind. Die Weine …

  13. 1862-01-01 · Heft 1 · page 234

    238 Schrift lesen kann, liest den ganzen Tag, nachdem er seinen Wem ausgeschlafen Hai. In Alexandrien sind ungefähr 25 Familien und zwei alte Synagogen. Die eine ist sehr groß und etwas beschädigt die andere ist kleiner. Die meisten beten i…

  14. 1862-01-01 · Heft 1 · page 235

    239 nach Alexandrien kommen, bezahlen müssen; denn der Zoll ist sehr hoch, selbst gangbares Geld, das eingeführt wird, muß 2$ zahlen. Was mich betrifft, so habe ich mit göttlicher Hülfe keinen Eingangszoll für mein Geld zahlen müssen; überh…

  15. 1862-01-01 · Heft 1 · page 236

    240 es wären die Magazine, die Joseph gebauet hat. Die Thüre befindet sich oben am Dache; ob zwar diese jetzt nur Ruinen bilden, so kWn man doch deutlich großartige Gebäude in ihnen erkennen; bewohnt ist jene Gegend nicht. Zwölf Tage vor Pu…

  16. 1862-01-01 · Heft 1 · page 237

    241 Hafen, wo die aus dem rothen Meere kommenden Schiffe ihre Waaren abladen, und von wo sie mittelst Kameelennach Cairogebracht werdm, soll nicht weit vorn Berge Sinai und dieser nur 5 Tagereisen von Cairo sein; die christlichen Geistliche…

  17. 1862-01-01 · Heft 1 · page 238

    242 kommt es, daß die Karaim in Cairo einen andern Tag Rosch Haschana und Jom Kippur feiern, als die in Jerusalem, -und sie behaupten, dies wäre kein Verbrechen. Sie schicken jedes Jahr nach Jerusalem, um den Frühlingsmonat zu beobachten, u…

  18. 1862-01-01 · Heft 1 · page 239

    243 Der von Jbn-Esra citirt wird, und die des R. Ahron des Karaers; sie machen überhaupt jeden Tag neue Erklärungen über die Thora und behaupten, daß, selbst wenn ein Grundgesetz, welches von den Alten festgesetzt wurde, einem ihrer jetzt l…

  19. 1862-01-01 · Heft 1 · page 240

    bessern Platz in der Welt als Cairo; hier kann man sich bereichern, daher sind auch eine Anzahl Fremde von allen Nationen und- Sprachen hier anzutreffen. Man lönn hier bei Nacht wie bei Tag ausgehen, da M Straßen Mt FaMn beleuchtet sind; di…

  20. 1862-01-01 · Heft 1 · page 241

    drückungen der Alten zu wahren. Alle Juden, die in Jerusalem waren, ungefähr 300 Familien, verschwanden nach und nach wegen der ungeheuern Steuer und Lasten die ihnen die Alten aufbürdeten; so sind nur die Armen und die Frauen dageblieben; …