Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
- Belongs to
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240 es wären die Magazine, die Joseph gebauet hat. Die Thüre befindet sich oben am Dache; ob zwar diese jetzt nur Ruinen bilden, so kWn man doch deutlich großartige Gebäude in ihnen erkennen; bewohnt ist jene Gegend nicht. Zwölf Tage vor Purim gegen Abend kamen wir nach Cairo; es war die Zeit der großen Ernte, und die große Hungersnoth, die in der ganzen Gegend von Cairo herrschte, war. im Abnehmen. Die Gerste wird hier reifer als anderwärts durch Einfluß des Nilwaflers; die Ernte schien sehr gut zu werden. Im folgenden Monate war ein großer Ueberfluß an Getreide hier, so daß an die Hungersnoth gar nicht mehr gedacht wurde. Die Bewohner daselbst nebst ihren Aeckern sind heute zu Tage noch dem Könige Unterworfen; derselbe nimmt den 5. Theil der Erzeugnisie Md /manchmal mehr; es giebt keinen Ort in der Welt, wo die Aecker derart dem Könige unterworfen wären, wie in Aegypten .bis auf den heutigen Tag. Ich werde nicht über die Moscheen von Cairo und die Menschenmenge, die dahin strömt, sprechen, da schon viele vor mir darüber gesprochen, und alles was von dieser Stadt erzählt wurde, ist wahr. Sie ist nicht ringsum mit einer Mauer umgeben, doch giebt es mehrere Stellen hie und da, die mit einer solchen versehen sind. Die Stadt ist sehr belebt; man hört in derselben verschiedene Sprachen der Fremden, die da wohnen, ertönen. Da diese Stadt zwischen dem rothen und dem mittelländischen Meere gelegen ist, so kommen alle Kaufleute aus Indien, Aethiopien und den Ländern des Priesters Johann12) durch das rothe Meer nach Cairo, um ihre Waare, die in Gewürzen, Perlen und Edelsteinen besteht, M verkaufen, und Waaren, die aus Frankreich, Deutschland, Italien und der Türkei durch das mittelländische Meer über Alexandrien nach Cairo kommen, einzukaufen. Im rothen Meere befinden sich Magnetsteine und daher die Schiffe, die dadurch kommen, gar kein Eisen an sich haben, nicht einmal einen Nagel; der Ort, wo für unsere Voreltern das Meer gespalten wurde, sagte man, soll gekannt sein, und viele Geistliche gehen dahin, doch habe ich noch von keinem Juden gehört, der da gewesen sein soll. Der