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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 223)
Language
German
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227 treten wollen, umgeben und daselbst befindet sich ein herrlicher Brunnen. An der vierten Seite der Synagoge ist der Eingang angebracht; sie ist in Quadratform gebaut, 40 Arme lang und 40 Arme breit. An der östlichen Seite sieht man ein schönes steinernes kuppelartiges Gebäude, den Hechal; dahin werden die Gesetzrollen, geschmückt mit den Kronen und Granatäpfeln aus Silber und Edelsteinen im Werthe von 4000 Goldstücken (nach Angabe der dortigen Juden) auf ein hölzernes Brett gelegt, und nicht wie bei uns, wo die Gesetzrollen in eine Lade gestellt werden. Der Hechal hat zwei Thüren gegen Süden und gegen Norden, und Zweien aus der Gemeinde ist das Amt anvertraut, die Thüren zu öffnen und zu schließen. In der Mitte der Synagoge befindet sich ein hölzerner Thurm, Theba genannt, wo die Chasanim sich hinbegeben, um vorzubeten; es sind deren jetzt fünf in dieser Gemeinde angestellt. Diese tragen an Sabbathen und Festtagen die Gebete mit solch angenehmen Gesängen vor, wie ich es noch nie in einer andem Gemeinde gehört habe; an Wochentagen hingegen ist die Besucherzahl der Synagoge nur sehr geringe, so daß ein kleines Kind sie zählen könnte. Rings um die Synagoge sind mehrere Nebengebäude, als: das Hospital, wo Betten für Kranke und für Fremde, die dahin kommen und nicht wissen, wo sie übernachten sollen, angebracht sind; ein großer und. schöner Saal für die Aus erwählten, wo dieselben zu Gerichte sitzen und die Gemeindeanlegenheiten berathen; es find deren zwölf, die jedes Jahr neu gewählt werden; sie sind von dem König bevollmächtigt, die Steuern festzusetzen, Geldstrafen aufzulegen und zu verhaften. Diese Einrichtung hat nichts Gutes für sich, denn es sind oft Leute ohne Namen und von schlechtem Character, die den Statthalter durch Geschenke dahin bringen, sie zu Aus er wählten zu ernennen; diese Geschenke aber werden dann von der Synagogen- und Gemeindesteuer hergeschafft, so daß das arme Volk mit Steuern überladen wird, da die Auserwählten unterstützt durch den Statthalter eigenmächtig handeln dürfen, und das Elend und Jammergeschrei der Bedrängten ist ungeheuer. Ich habe in Palermo folgenden Gebrauch bemerkt: Wenn 15*

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