Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 225)
- Language
- German
- Belongs to
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229 tam eigentlich nach Palermo, um von da nach Syracus, welches an der Gränze Siciliens ist, zu gehen, denn ich hörte, daß um diese Zeit die venetianischen Schiffe, die nach Beiruth, das nahe zu Jerusalem ist, gehen, daselbst ankommen. Die Leute von Palermo haben dann viele Personen aufgestellt, die mich durch Lügenberichte von meinem Vorhaben abschrecken sollten, und es ist ihnen gelungen mich in ihrem Netz zu fangen; so daß ich die Zeit, wo die Schiffe nach Syracus kommen, versäumte, und ich blieb in Palermo, um den Leuten jeden Sabbath ungefähr drei Stunden vor Mincha Vorlesungen zu halten. Ich habe mich da in meinen Reden gegen die Angeber aufgelehnt und über die Verletzung der Keuschheit und dergleichen gesprochen, so daß mir die Aeltesten der Stadt sagten, daß Viele vom Sündigen sich enthalten und während ich da war, hat auch die Zahl der Angeber abgenommen; ich'' weiß nicht, ob sie wieder zu ihrem allen Treiben zurückkommen werden. Aber soll ich denn meine Zeit unter einem Volke zubringen, das mich verehrt und vergöttert, ja sie machten es mit mir wie die Christen mit ihren Heiligen. Die Niedern des Volks sagten, daß Gott mich zu ihnen geschickt hätte; viele verlangten ein Stück von meinen Kleidern zum Andenken, und eine Frau, die meine Wäsche wusch, wurde von den Andern glücklich gepriesen. Sie rechneten immer darauf, daß ich wenigstens ein Jahr da bleiben werde, und sie wollten mir einen hohm Gehalt aussetzen, welchen ich aber ausschlug, denn wein Herz sehnte sich nach dem gelobten Lande. Den Vorabend von Sukoth 5248 kam eine französische Galere nach Palermo, um nach Alexandrien zu gehen; auf derselben befand sich der würdige Meschulam aus Volturna mit seinem Diener und ich.freute mich, in seiner Gesellschaft zu reisen. Die Nacht nach Sabbath Bereschith schifften wir uns ein, und Sonntag Mittag verließen wir Palermo. Wir hatten den ganzen Tag und die ganze Nacht einen günstigen Wind, so daß wir des Morgens nahe an dm Phar von Messina waren; wir kamen glücklich durch denselben und waren Montag Mittag in Meffina. Diese Stadt ist ein Handelsplatz für alle Nationen; von allen Gegenden kommm Schiffe