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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 228

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 228)
Language
German
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232 den Patron in Schrecken, da wir keinen Wind hatten; sonst M günstigem Winde hat die Galliasie keine Furcht vor einer Menge anderer Schiffe, und es giebt kein sichereres Fahrzeug als dieses. Der Patron wendete daher sein Augenmerk nach einem Städtchen Kasati der Griechen am türkischen Gebirge und welches unter Rhodus Herrschaft stand , denn dies ist die einzige Stadt, die den Christen im Türkenlande geblieben ist; das Städtchen ist klein aber sehr befestigt; die äußerste Umgebung dieses Städtchens gehört schon den Türken. Wir langten da am Freitag den Neumondstag Kislev 5248 an, und wir waren in Sicherheit. Am Samstag gegen Mittag ließ Gott einen günstigen Wind wehen, so daß wir diesen Ort verlassen, den ganzen Tag und die ganze Nacht segeln konnten, und wir kamen Sonntag den 3. Kislev 5248, 22 an der Zahl, ftöhlich nach Rhodus. Die Einwohner von Rhodus nahmen uns freudig auf, denn der Patron unseres Schiffes war ein Freund und Anverwandter des Großmeisters. Die Vornehmsten der jüdischen Gemeinde Rhodus kamen bald aus unser Schiff und empfingen uns mit Wohlwollen, denn der Kaufmann Meschulam, der mit uns auf dem Schiffe war, war der Bruder des Arztes R. Nathan, der der angesehenste unter den Juden von Rhodus war. Man°wies mir ein schönes Zimmer, das mit allem Nöthigsten versehen war, an, und auch für die andern Juden, die mit mir kamen, wurde nach Möglichkeit gesorgt; denn die jüdischen Häuser in Rhodus waren durch die Belagerung der Türken unter ihrem ersten Kaiser, die dieser in seinem Sterbejahre unternommen, fast ganz zerstört. Wer Rhodus mit seinen hohen und starken Mauern, und deren festen Thore und Zinnen nicht gesehen, hat nie eine Feste gesehen. Der türkische Kaiser schickte in seinem Sterbejahre ein Belägerungsheer5) dahin, ließ durch eine Menge Steine, die heute noch dort sehen sind, die Stadt bombardiren und so stürzte die Mauer rings um die jüdische Straße zusammen, und deren Häüser wurden zerstört. Die Juden hier haben mir erzählt, daß, die Türken als sie in die Stadt gelangten, und Alles niedermetzelten, bis zur Thüre der Synagoge kämen, wo Gott unter sie eine Äer-

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