Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 232)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Alexandrien, da wir keine Esel für 18 Meilen Wegs finden konnten; wir kamen nach Alexandrien am 14. Schebat müde und matt» Hier hatte Gott das Gemüth eines reichen und sehr angesehenen Mannes, der selbst von den Arabem sehr geliebt wird, Namens R. Mosche Grasso, für uns gestimmt. Dieser ist Dolmetscher für die Venetianer; er ging uns entgegen und befreiete uns von der Hand der Araber, die da im Thore fitzen und die fremden Alden nach Lust und Liebe plündern; er brachte mich in sein Haus und ich mußte daselbst bleiben, so lange ich mich in Alexandrien aufgehalten habe. Ich las mit ihm ein Kabbalistisches Buch, das er besaß, denn diese Wissenschaft lieble er sehr und durch dieses Zusammenlesen fand ich Gunst in seinen Augen und wir wurden befreundet. Am Sabbath gab er eine Tafel wozu er auch den Sephardi, der mit mir gekommen war, einlud; auch seine zwei Lohne waten dabei und so brachte er mich in das Speisezimmer. Folgendermaßen ist die Tafel beschaffen, die die Juden in allen Ländern der Araber am Sabbath ausrüsten. Sie sitzen in der Runde auf einem Teppiche, der Mundschenk steht neben ihnen an einem kleinen Tuche das auf diesem Teppiche ausgebreitet ist; man bringt allerlei Früchte, die in dieser Jahreszeit vorhanden sind, und legt sie auf dieses' Tuch. Der Hausherr nimmt nun ein Glas Wein, spricht den Segensspruch (Kiddusch) und leert es ganz, dann nimmt es der Mundschenk vom Hausherrn und reicht es, der Ordnung nach, der ganzen Tischgesellschaft, immer von neuem gefüllt und Jeder leert es; dann nimmt der Hausherr zwei oder drei Stücke vom Obste, ißt davon und trinkt ein zweites Glas und die Tischgesellschaft sagt: Gesundheit und Leben; der Nebensitzende nimmt ebenfalls von den Früchten und der Mundschenk füllt für ihn ein zweites Glas und sagt: Zu Deinem Vergnügen; die Tischgesellschaft fällt ein mit den Worten; Gesundheit und Leden, und so macht es die Runde. Sodann nimmt man von einer zweiten Gattung Obst, füllt wieder ein Glas Wein dazu, man setzt es so fort, bis Jeder wenigstens 6 oder 7 Gläser geleett hat. Manchmal trinkt man, selbst, wenn man an den Blu-