Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 227)
- Language
- German
- Belongs to
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231 hatten durch vier Tage günstigen Wind; am vierten Tage gegen Abend winden wir durch einen Sturm zurückgeworfen, und konnten der Wuth der Wellen nur in einem kleinen natürlichen Hafen im Gebirge, wohin wir geworfen wurden, entkommen; diese Gebirge smd voll von Johannisbrod - und MyrthenbLumen, und da blieben wir drei Tage. Nach drei Tagen am Sonntag den 18. Marcheschwan, verließen wir diesen Ort und kamen bis 60 Meilen nahe an Rhodrrs. Wir sahen auf dem ganzen Weg Inseln von beiden Seiten, und die türkischen Gebirge wurden sichtbar. Aber wir wurden 80 Meilen zurückgeworfen und das Schiff mußte nahe am Ufer der Insel Longo, die unter der Herrschaft von Rhodus stand, Anker werfen; wir mußten da 10 Tage verweilen, da der Wind immer ungünstig war. Während unseres Verweilens hier trug sich folgendes zu. Einer von den Matrosen stieß unangenehme Reden gegen den ehrwürdigen Meschulam aus Volturna aus, und dieser beklagte sich darüber beim Patron. Dieser ging selbst den Matrosen holen; die Anderen suchten ihn zu verbergen, aber sie konnten es nicht. Er befahl, ihn an den Mastbaum zu binden und ihm tüchtige Hiebe zu geben, und als der Schläger ihn zu schonen schien, nahm er selbst den Strick und bestrafte noch länger den Uebermuth des Matrosen; ferner wollte er, daß dieser dem ehrwürdigen Meschulam öffentlich Abbitte thue. Die ganze Schiffsmannschaft war sehr aufgebracht, daß dieses Alles wegen einiger Schimpfreden gegen einen Juden geschehen ist, und seit dieser Zeit fing die Mannschaft an uns zu Haffen, und waren nicht dieselben, wie früher, für uns. Ein kleines Schiff, welches von Rhodus kommend nach Chios ging, benutzte der ehrwürdige Kaufmann Meschulam, um unser Schiff zu verlassen, sich nach Chios zu begeben und von da nach Constantinopel, denn er hatte den Plan aufgegeben mit uns nach Alexandrien zu gehen. Am zweiten Tage nachdem Rabbi Meschulam uns verlassen hatte, kam ein kleines Schiff vor uns vorbei, durch welches wir in Kenntniß gesetzt wurden, daß ein wohlgerüstetes genuesisches Kriegsschiff uns entgegm komme. Diese Nachricht setzte