Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 237)
- Language
- German
- Belongs to
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241 Hafen, wo die aus dem rothen Meere kommenden Schiffe ihre Waaren abladen, und von wo sie mittelst Kameelennach Cairogebracht werdm, soll nicht weit vorn Berge Sinai und dieser nur 5 Tagereisen von Cairo sein; die christlichen Geistlichen sollen hier in einem Kloster wohnen; sie kommen täglich nach Cairo und machen die Reise hin und zurück mehr als andere Nationen, selbst als die Araber, weil.esbekannt ist, daß sie kein Geld bei sich führen; der ganze Weg dahin ist voll von Beduinen, die nach Lust und Liebe in jener Wüste rauben und plündern; diesen Geistlichen hingegen thun sie nichts zu Leide; sie haben nämlich mit dem Könige sowohl als auch mit den Beduinen meinen Berttag abgeschlossen; sie bezahlen -jenem eine große Summe für die Erlaubniß, am Sinai zu wohnen, und diesen noch eine größere; in der That sagt man. daß die Beduinen ihr Wort halten gegen Fremde, die unter ihnen leben. In Cairo sind heute ungefähr 700 jüdische Familien, 5o Samaritaner, die auch Cuthaer heißen, 150 Caraiten , und die übrigen sind Rabbaniten. Die Samaritaner haben bloß die fünf Bücher Mosis, und besitzen eine andere Schriftart als die unsrige, die heilige; der Rambam bemerkt schon, daß die Schrift üblich war bei den Jsraeliten, bevor sie nach dem Assyrischen Exil gingen, wie dies bereits in Tractat Sanhedrin erzählt ist; ihre Sprache ist aber wie die unsrige. Ueberall wo in der heiligen Schrift der vierbuchstabige Name Gottes vorkommt, schreiben sie Aschima^); sie sind den Juden ein Abscheu, weil sie dem Berge Gerisim Opfer und Räucherwerk darbringen. Es sind viele von ihnen mit uns von Cairo abgegangen, um auf dem Berg Gerisim das Pessach- Opfer darzubringen, denn sie haben da einen Tempel; sie feiern den Sabbath von Freitag Mittag bis Samstag Mittag. Es sind deren nur Wenige vorhanden, denn wie man hört, sollen im Ganzen kaum 500 Familien existiren 14). Die Karainr, wie ihr wisset, glauben nicht an die Worte unserer Weisen, aber die Bibel ist ihnen geläufig. Sie bestimmen die Neumondstage nach dem Erscheinen des Mondes^); daher in. 16