Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 240)
- Language
- German
- Belongs to
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bessern Platz in der Welt als Cairo; hier kann man sich bereichern, daher sind auch eine Anzahl Fremde von allen Nationen und- Sprachen hier anzutreffen. Man lönn hier bei Nacht wie bei Tag ausgehen, da M Straßen Mt FaMn beleuchtet sind; die Leute schlafen hier auf der Etde vor den Laden. Der Jude kann hier Allerlei für seinen Gebrauch kaufen, als: Fleisch, Käse, Fische, Gemüse und überhaupt alles was er verlangt, denn in der Juden sträße wird alles verkauft; dies ist auch in Palermo der Fall, aber nicht so wie in Cairo, denn hier kochen die Juden zu Hause nur für den Sabbath, da sowohl Männer als Frauen die ganze Woche beschäftigt find, und kaufen daher allÄ auf dem Markte. Das Holz ist hier auch sehr theuer; eine Ladung Holz, nicht so viel wie die Ladung eines Paares Maulesel, kostet ungefähr f- Dukaten und auch noch mehr; Fleisch und Obst sind sehr theuer, jedoch ist ersteres sehr gut, besonders der Fettschwanz der Schafe. Die'Ka rasten essen diesen nicht, denn er gehört nach ihnen unter die Klaffe der Fette, die die Thora verboten hat. Ich habe außer Nilfischen, Zwiebeln, Lauch, Melonen, Kürbisserr und Gemüse nichts wohlfeiles in Cairo gesehen. Das Brod ist in gesegneten Jahren auch wohlfeil, es ist kuchenförmig und sehr weich geknetet. Der jüdische Fürst, der in Cairo seinen Wohnsitz hat, ist über alle Juden, die unter der Herrschaft des Königs von Aegypten sind, gesetzt; er hat die Vollmacht vom Könige, Geld-, Leibes- und Kerkerstrafen über denjenigen, der sich seinem Worte widersetzt, zu verhängen; er setzt die Dajanim in jeder Gemeinde ein. Der gegenwärtige Fürst wohnte früher lange Zeit in Jerusalem und mußte sich von dort wegen der Alten, der Verleumder und Angeber, die sich da vorfanden lichten. Er heißt R. Nathan hakohen, ist reich, weise, fromm und alt und aus der Berberei gebürüg. Als ich nach Cairo kam bezeugte er mir viel'Ehre, ließ mir seine Liebe wie die eines Vaters für seinen Sohn zu Theil werden) und wollte mich durchaus abwendig machen, wegen der dortigen Angeber nach Jerusalem zu gehen; alle Gelehrten und Rabbinen, zu jener Zeit in Jerusalem, verließen die Stadt in größter Eile, um ihr Leben gegen die Be