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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 231

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 231)
Language
German
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235 lein Vertrauen in ihn setzte, nicht erlauben, daß das Schiff nach Alexandrien komme, und so blieben wir Juden auf diesem Schiffe -ungefähr einen Bogenschuß weit von der Galiaffe entfernt. Es verstrich eine geraume Zeit und die Boten waren von Cairo noch nicht zurück; unsere Nahrungsmittel fingen an auszugehen, wir hatten Eein Waffer, und hätten schon den Tod dem Leben vorgezogen. <-Am 8. Schebat um Mitternacht erhob sich ein schrecklicher Sturm, die beiden Anker unseres Schiffes brachen plötzlich, und es blieb nur der schlechteste unter ihnen. Die Matrosen erschraken, warfen vieles über Bord, um das Schiff leichter zu machen; sie gaben dem andern Schiffe Zeichen durch Bombarden, daß man die Barke mit Mannschaft abschicke, aber Niemand hörte und Niemand antwortete, denn die auf der Galiaffe waren mit ihrer eigenen Rettung beschäftigt, es wäre auch nicht gut möglich gewesen, daß eine Barke9) uns sich hätte nähern können, denn das Meer war zu stürmisch. Es trieb uns mit dem schadhaften Anker, der noch geblieben war, im Wirbel herum; die Wellen bedeckten uns; wir wurden hin und herge- -schleudert und das Schiff drohte jeden Augenblick zu scheitem, dmn es war alt und schadhaft, so daß das Wasser von allen Seiten hineindrang; zudem war die ganze Stelle des Meeres voller Felsen. Ungefähr 24 Stunden befanden wir uns in einer solchen Lage, wo wir jeden Augenblick den Tod vor Augen hatten. Jeder von uns hatte einen Eimer in der Hand, um das Waffer, das vollauf in das Schiff drang, auszuschöpfen. Jeder hätte beinahe mit Thränen seinen Eimer füllen können, bis Gott sich unserer erbarmte, und wir auf übernatürliche Weise glücklich dem Sturme entkamen. Als der Sturm vorbei war, ließ der Patton die Leute aus dem schadhaften Schiffe holen, und am Morgen des zweiten Tages traten wir in das große Schiff ein und blieben daselbst, bis die Boten zurückkamen und die Garantie vom König brachten. Nun war wieder Windsttlle und das Schiff konnte nicht aus Butan auslaufen. Die Kaufleute und die Juden in dem großen Schiffe zogen es vor, um ihr Leben in Sicherheit zu bringen, mit einer Barke an's Land zu gehen; von da gingen wir zu Fuße nach

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