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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 241

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 241)
Language
German
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drückungen der Alten zu wahren. Alle Juden, die in Jerusalem waren, ungefähr 300 Familien, verschwanden nach und nach wegen der ungeheuern Steuer und Lasten die ihnen die Alten aufbürdeten; so sind nur die Armen und die Frauen dageblieben; und beinahe wäre Keiner vorhanden gewesen, dem man mit Recht hätte den Namen Mann b.eilegen tonnen. Diese alten Gottlosen gingen so weit, daß sie alle Gesetzrollen, die^Ueberzüge derselben, die Vorhänge, die Granatäpfel und überhaupt alle heiligen Silber- und Goldgeräthe, die in Jerusalem waren, an Christen verkauften, die sie in ferne Länder bringen sollten; ja selbst alle Bücher als Talmud und Commentare, die von den Aschkenasim für Jerusalem vermacht wurden, verkauften sie, so daß sie nichts von Werth in den Stiftungen zurückließen. Der Fürst sagte mir, er könnte dem nicht gut Einhalt thun, denn er fürchtete, daß die Alten Klage über alle Juden beim Könige einlegen würden, und der Rachen des Königs sei ein offenes Grab und dessen Auge unersättlich. Um dieselbe Zeit hatten Verwirrungen in Aegypten statt gefunden, denn der König suchte Geld aufzutreiben, um es seinen Generälen, die gegen den türkischen Kaiser in Mesopotamien kämpfen sollten, zu geben, und er legte den Juden in Cairo, nämlich den Samaritanern, Karaiten und Rabbaniten, eine Steuer von 75,000 Goldstücken auf; dasselbe that er den Christen und Arabern, denn er wollte Geld ohne Maaß eintreiben. Am Purim desselben Jahres war also Trauer, Fasten und Weinen für die Juden; doch hatte ich nicht den Muth verloren und mein Herz war fest in Gott. Am 20. Adar verließ ich Cairo in Gesellschaft eines Juden der aus Alexandrien kam, und wir langten in Chanak18) an; es ist ungefähr 2 Parsas von Cairo entfemt. Bevor ich Neu-Cairo verließ, ging ich nach Alt-Cairo, welches man Mizraim Athika nennt; auch Alt-Cairo ist bewohnt, doch nicht so sehr als Neu-Cairo und die beiden sind ganz nahe zu einander. Dort "auf dem Wege ist der Ort, wohin der König alle Jahre Leute hinschickt,^) um einen Damm gegen den anschwellenden Nil im Monat Ab anzufertigen; ich habe viele Sachen über das Anschwellen des Nils gehört, welche

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