Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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234 Meisten Einwohner daselbst sind Griechen, die den Acomodoren unterworfen sind. In Rhodus blieben wir vom 3. Kislev bis zum 15. Tebeth, weil der Großmeister das Schiff nicht nach Alexandrien segeln laffen wollte, aus Furcht, daß' der König von Aegypten es dort behalte. Der Großmeister hatte nämlich.vom ägyptischer: Könige 120000 Goldstücke^) angenommen, mit dem Versprechen ihn den Bruder des türkischen Kaisers, Namens Dschem *), der in Frankenland festgehalten wurde, auszuliefern, welches Versprechen er aber aus Furcht vor dem türkischen Kaiser nicht halten konnte; deswegen fürchtete der Großmeister, daß der ägyptische König das Schiff, welches einen ungeheueren Reichthum enthielt, sammt allen darauf befindlichen Menschen vernichten könnte. Als die Sache zu lange dauerte, hielt der Patron mit den Kaufleuten des Schiffes es für geeigneter, trotz aller Gefahr abzusegeln. Am 15. Tebeth verließen wir Rhodus, und nach sechs Tagen waren wir vor Alexandrien; der Patron wollte nicht hinein segeln, bis er erfahren hatte, wie eS um die Sache stehe. Wir blieben vielmehr in Bukari, einem Orte zwischen Alexandrien und Rosette s) auf dem Wege nach Cairo gelegen; das Waffer war hier nicht tief, aber der Ort war geräumig und wir warfen Anker, ungefähr vier Meilen weit vom Ufer. Wir hatten mit uns ein kleines Schiff von 200 Tonnen, Conserva genannt, welches der Patron kaufte und es mit Weizen belud, um denselben in Alexandrien zu verkaufen. Der Emir, das ist der Stadthalter des Königs von Aegypten, der seinen Sitz in Alexandrien hatte, ließ dem Patron versichern, daß das Schiff und Alles, was darauf sich befindet in Sicherheit mach Alexandrien kommen könne, welchem aber der Patron keinen Glauben schenken wollte, und selbst zum Könige Gesandte abschickte; jedoch wollte er auf das Wort des Emirs das Schiff mit Weizen , und einiger Mannschaft nach Alexandrien schicken. Wir Juden begaben uns am Freitag auf dieses Schiff und glaubten am Sabbath mach Aexandrien zu kommen. Der Emir aber wollte, da der Patron