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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 239

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 239)
Language
German
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243 Der von Jbn-Esra citirt wird, und die des R. Ahron des Karaers; sie machen überhaupt jeden Tag neue Erklärungen über die Thora und behaupten, daß, selbst wenn ein Grundgesetz, welches von den Alten festgesetzt wurde, einem ihrer jetzt lebenden Chachamim mit dem Worte der Bibel nicht übereinzustimmen scheint, so wird es verändert, und sie bestimmen alles nachdem Wortlaut der Thora; bei dem allen haben weder die alten noch die neuen Gelehrten irgend einen Fehler bedangen. Sie haben eine Synagoge in Cairo; ihre meisten Gebete bestehen aus Psalmen und anderen biblischen Versen; seit jüngster Zeit haben sie die Einrichtung getroffen, am Montag und Donnerstag aus der Thora zu. lesen, denn früher hatten sie es nicht gethan; sie haben Kohanim und Leviten, und von einem sehr reichen und ehrwürdigen Karaer in Cairo, Namens Zadakah, sagte man, daß er sicherlich aus der davidischen Familie abstamme; dieser wollte mir seinen Stammbaum, bestätigt durch Zeugen aus jeder Generation, vorlegen, aber ich hatte keine Zeit mehr, mit ihm Zusammenzukommen. Die Samaritaner sind die reichsten aller Juden in Cairo; sie versehen die meisten Geschäfte der obersten Beamten, sie sind Casiirer und Verwalter; es giebt einen der 200,000 Goldstücke im Vermögen haben soll. Die Karaiten sind reicher als die Rabbaniten; es gibt wohl unter den Rabbaniten auch wohlhabende. Die Gewohnheit der Juden ist, in den Ländern der Araber sich immer arm zu stellen, sie gehen wie Bettler einher, immer sich demüthigend vor dem Araber;'die Karaiten sind nicht wohlthätig gegen einander, sie mengen sich unter die Rabbaniten und trachten denselben sich zu nähern. Es giebt in Cairo ungefähr 50 Familien von den gezwungenen Renegaten (Neuchristen) aus Spanien, meist arm; sie haben nämlich ihr Hab und Gut, ihre Eltern verlasien, um hier unter dem Schutze des Gottes Israels zu leben; ihre Voreltern haben der christlichen Religion gehuldigt und sie sind wieder zum Gotte Jsrckels zurückgekommen. Unter den Juden in Cairo giebt es Geldwechsler und Handelsleute, denn das Land ist groß und für .Jeden ist ein Erwerbszweig vorhanden. Für Handel giebt es keinen 16*

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