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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 244

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Maskir
Date
1899-01-01
Page
Seite 244 (sequence 41)
Language
German
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244 -mein Sohn, mein herziger Reb Rübengefährlich! Und wenn sie Gott leben läßt, die Kinder, dann verleugnen sie ihren Vater, sie werden schlecht-schlecht werden sie hier alle-schlecht. Alle-- alle! Du nicht; Reb Rüben, Du bist ein großer Mann geworden und kommst doch zu uns-kommst-kommst zu mir-zu mir, zu dem armen Melamed?)" Robert war verblüfft über das eheliche Verhältniß, das sich ihm hier offenbarte. Er trat nahe an den alternden Mann, der jetzt, wo er aufrecht stand, ihn fast überragte, und sah in seine brennenden Augen. Mit dem Blicke des Arztes schaute er ihm auf den Grund feines Empfindens. Nein, er war nicht irre, es lag nichts Krankhaftes in diesen Augen, nur überreizt waren sie und dabei doch müde. Er legte seine Hand auf die Schulter Reb Joines, hielt die Augen auf ihn gerichtet und sagte im festen Tone des überlegenen Arztes: „Das ist nicht alles. Sie können sich doch nicht immer gefürchtet haben." Reb Joine preßte den Zeigefinger vor den Mund und stüsterte: „Sie soll nix hören, es thut ihr weh, hart und weh, und mir auch, denn ich Hab' sie gern, sehr gern. Aber wie ich gesehen Hab', daß mir der gesegnete Namen solche Gesichter schickt, da Hab' ich angefangen nachzudenken. Und ich Hab' gefunden, daß mir nur ein Ausweg bleibt, ein Weg, nur einer: weg von hier nach der Heimath, nach dem Lande Israels, nach Jeruscholajim. Wie ich so weit war, Hab' ich geschworen: „Herr der Welten, ich berühre mein Weib nicht, bis ich sicher bin, daß wir hinüber gehen, nach Haus, wo man Kinder haben kann, die nicht erschlagen werden, oder, Gott soll behüten, sich taufen lassen, wie —." Er winkte mit dem Daumen nach dem Vorhang, hinter dem das gleichmäßige Surren des alten Asketen ertönte. „Malkele spart schon zehn Jahre, fünfundachtzig Gulden hat sie beisammen. Wir brauchen noch zweihundert, dann fahren mer in Gottes Namen, dann fahren mer — fahren mer. — Alle Jahr', i) Talmudlehrer.

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