Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Die schwarze Riwke
- Date
- 1899-01-01
- Page
- 252 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Von .oerveicherg. 'u schwarz Kiwke. dem Osterberg unter einem Schlehdorn lagen zwei kleine Jungen und spähten eifrig den Weg nach Borgeln hinab. „Die Mame tommt nich, Rüben", sagte betrübt der kleinere, ein Bürschchen von etwa drei bis vier Jahren. „Sie kommt doch, und sie kommt auch hier vorbei," beruhigte ihn der um einige Jahre ältere Bruder. „Ich weiß es ganz gewiß. Ich bin schon mal mit Mama in Borgeln gewesen, ja, Lexe." „Bringt denn Mame auch das Hiselamm mit?" „Mama hat's gesagt, un denn thut sie's auch." „Das Hiselamm hört mir." „Un mir auch, Mama hat's gesagt." „Un Minna auch." „Minna is ja todt. Die is ja in Himmel." „Kiegt sie in Himmel auch en Hiselamm?" „Ach, Du! —" Er wandte sich mit überlegener Miene von dem kleinen Dummkopf ab und ritzte mit einem spitzen Steinchen die Erde auf. Dabei kam ein Wurm zum Vorschein. „Guck mal Lexe, ein Wurm." „Für Hiselamm mitnehmen!" Rüben lachte laut aus. „Hiselamm ißt gar keine Würmer. Hühner essen Würmer. Hiselamm muß Gras haben un junge Schlohen. Weißt Du,