Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 2 (1899)
- Article
- Maskir
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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245 wenn das alle Memorbuch vorgelesen wird, nehm' ich mer's über Nacht und begeh' nochmal Maskir für mich allein — allein. — Das giebt mir Kraft, damit ich meinen Schwur nicht vergeh'." Robert war bewegt, und so sehr er es versuchte, dies Geständniß humoristisch aufzunehmen, es wollte nicht gelingen. Und doch zog ein flüchtiges Lächeln über sein Gesicht, als er ftug: „Und wenn Ihr erst in zwanzig Jahren das Geld beisammen hättet?" „Dann ist es Gottes Wille, daß wir zwanzig Jahr warten." „Aber Gott hat Ihnen doch nicht befohlen zu schwören." „Wie kann ich schwören, wenn Gott nicht will? Wer bin ich, daß ich etwas kann ohne seinen Willen? — Es ist Gottes Wille, daß ich nach Jeruscholajim geh', es ist Gottes Wille, daß .wir alle hinkommen in's Land unserer Väter, denn es steht geschrieben — es steht geschrieben —/' Wie ein Ruck flog es durch seinen Körper, als er nun daranging, das heilige Buch, die Bibel, zu citiren. Der gebeugte Körper richtete sich kräftig empor, die flackernden Augen blickten mit einem Male ruhig und die hastende Stimme klang gleichmäßig und sonor: „Gott der Allerbarmer will, daß wir wieder nach dem gelobten Lande ziehen sollen, und wir werden hinkommen. Jeremias sagt: „Du aber fürchte nicht, mein Diener Jacob, spricht Gott, ängstige dich nicht, Israel; denn ich helfe dir aus der Ferne und deinen Kindern aus dem Lande ihrer Verbannung, und Jacob wird zurückkehren und wird ruhig wohnen und ungestört. Denn ich bin mit dir, spricht Gott, um dir zu helfen; denn ich werde untergehen lassen die Völker, unter welche ich dich verbannt habe, dich aber werde ich nicht untergehen lassen." Und in Jesaias heißt es: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir. Aus dem Osten bringe ich deine Kinder und aus dem Westen sammle ich dich. Ich sage dem Norden: „Gieb' sie heraus" und befehle dem Süden: „Schließe sie nicht