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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 249

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
2 (1899)
Article
Maskir
Date
1899-01-01
Page
Seite 249 (sequence 46)
Language
German
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249 empfangen: die ihre, die sie sich in dieser Arbeit erlösen müßte, und die seine mit all' seinem Herzen, seiner Kraft und seinem Wollen. — So trat er ruhig und gefestigt in die Stube. Dort war alles Bewegung und Unrast. Frau Ehrenstein hatte sich nach einer neuerlichen Zwiesprache mit der Tochter erinnert, daß sie für den nächsten Tag beim Herrn Hofrath versagt war. Der Herr Sectionschef würde dort sein, und sie konnte ihren alten Piquetpartner nicht im Stiche lassen; eher müsse sie die Nacht opfern. Der Entschluß der Damen stand fest, sie wollten nur noch den angebotenen Thee nehmen. Robert war betroffen. Sollte das der Bruch sein? Er suchte die Augen Marthens. Sie wich ihm aus. Sonst war sie froh, seinen Blick zu fühlen und zu erwidern. Er mußte warten und einen Augenblick des Alleinseins benützen, wollte er" erfahren, was in seiner Abwesenheit vorgefallen war. Endlich stand er mit ihr allein im Fenster, Aug in Aug. „Wann sehen wir uns wieder, Martha?" Er sprach ruhig, aber seine Stimme klang bewegt. „Wann immer Sie zu uns kommen werden, Herr Doctor. Denn nur in unserem Heim können wir uns verständigen." „Und auf diesem Boden nicht?" „Nein! Nie!" Sie zögerte. Dann ergriff sie seine Hand. ,„O Robert, kommen Sie zu uns. Ich kann mich nur dort zurecht finden, wo ich eingewurzelt bin; ich fühle mich fremd hier, gedrückt und gequält in dieser Enge." „Und wenn ich Ihnen den Weg weite, und wenn ich neue Pfade suche und finde?" „Wozu neue Wege suchen? Lassen Sie uns glücklich sein in der Weise der anderen Menschen." Nun wußte er, daß Alles für ihn vorbei sein müsse, und er zog sich straff und stolz in die Höhe und sprach fest, ohne Zittern, ohne jede Bewegung, ganz schlicht: „Ich aber strebe hoch und darf nicht allein glücklich sein, weil ich nicht kann. Aber mein Weg ist nicht eng und wein Leben nicht arm. Vielmehr ist mein Herz zu voll und mein Blut zu bewegt, als daß ich nur mir leben könnte; der

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